Magdeburg (dpa) l Für ein Sofortprogramm zum Umweltschutz in Sachsen-Anhalt sind rund 90 Projekte ausgewählt worden. Ein Großteil der Maßnahmen, die vor allem Gewässer- und Artenschutz voran bringen sollen, sei bereits bewilligt, teilte das Umweltministerium auf Anfrage mit. Wenn die Ausschreibungen erfolgt seien, könne die Umsetzung in rund zwei Monaten beginnen.

Das Umweltsofortprogramm ist eines der zentralen Projekte der grünen Umweltministerin Claudia Dalbert. Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass zehn Millionen Euro zur Verfügung stehen – allerdings nur in diesem Jahr. Deshalb wurden Projekte ausgewählt, die sich schnell umsetzen lassen. Trotzdem bleibe es eine Herausforderung, dass das Geld auch tatsächlich fließe, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Vorgesehen ist, 6,5 Millionen Euro in Gewässerrenaturierung und -entwicklung zu stecken. 3,5 Millionen sollen in Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen fließen. "Wir haben in Sachsen-Anhalt eine reiche Naturlandschaft und einen großen Artenreichtum", sagte Dalbert. Diesen gelte es zu schützen und zu erhalten. Die vielen einzelnen Maßnahmen des Sofortprogramms könnten dazu entscheidend beitragen.

Fischtreppen statt alten Wehren

Im Zentrum steht die Verbesserung der sogenannten Durchlässigkeit der Gewässer. Es gilt, Flüsse und Seen in einen Zustand zu versetzen, der auch den Anforderungen der EU genügt. Durchlässigkeit bedeutet dabei etwa, dass Fische ungehindert die Flüsse hinaufschwimmen können. Alte Stauanlagen und Wehre sollen deshalb entfernt werden und Aufstiegshilfen für Fische entstehen.

So wird etwa an der Jeetze in der Altmark ein Durchlass umgebaut. Bislang besteht der aus Betonringen, die den Fischen keine Chance lassen, hinaufzukommen. Eine neue Fischtreppe soll das ändern. Ebenfalls an der Jeetze sollen zudem Einsvogelbrutstellen und ein Feuchtbiotop mit Kranichbrutplatz angelegt werden.

Am Geiseltalsee im Süden Sachsen-Anhalts ist ein Projekt zum Schutz seltener Vögel am Ufer geplant. Dazu sollen Bojen angeschafft werden, die den Bereich in direkter Ufernähe für Motorboote absperren. Die Artenvielfalt an dem See könne so weiter gestärkt werden, hieß es aus dem Ministerium.