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Neue Gefahr Bornavirus? Was Menschen in Sachsen-Anhalt beachten sollten

Wie am Montag bekannt wurde, infizierte erstmals eine Person in Sachsen-Anhalt mit dem sogenannten Bornavirus. In Deutschland wurden in der Vergangenheit auch schon Infektions- und sogar Todesfälle in Verbindung mit dem Virus gemeldet. Wir haben die wichtigsten Fakten zu Ansteckung, Symptomen und Vorbeugung zusammengetragen.

Von Alexander Wermter 12.10.2021, 14:56 • Aktualisiert: 12.10.2021, 15:41
Wie gefährlich ist das Bornavirus?
Wie gefährlich ist das Bornavirus? Foto: dpa/picture alliance/Symbol/Arno Burgi

Halle (Saale)/DUR - Das Landesamt für Verbraucherschutz gab am Montag bekannt, dass sich erstmals eine Person in Sachsen-Anhalt mit dem Bornavirus infiziert habe. Bei der Infizierten handelt es sich um eine 58-jährige Frau aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Sie soll sich bereits Ende des vergangen Jahres angesteckt haben. Medial trat das Bornavirus bislang eher selten auf. Die wichtigsten Informationen im Blick:

Was ist das Bornavirus?

Das Bornavirus ist bekannt als Erreger der Bornaschen Krankheit und tritt vor allem bei Pferden, Schafen und anderen Säugetieren auf. Ein Übertritt auf den Menschen ist selten, aber möglich. Schwere Gehirnentzündungen können die Folge sein. In der Medizin ist es unter der Bezeichnung "Borna Disease Virus 1" (BoDV-1) geläufig.

Wie ansteckend ist das Bornavirus?

Als Überträger des Bornavirus gilt die Feldspitzmaus. Allgemein läuft das Virus auf Säugetiere über wie Pferde und Schafe. Verbreitung findet das Borna Disease Virus 1 vor allem in Mittel- und Südosteuropa. In diesen Regionen ist auch die Feldspitzmaus beheimatet. Ein Übertritt auf den Menschen ist äußerst selten. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt, infizieren sich in Deutschland jährlich etwa zwei bis sechs Personen, bei denen auch akute Erkrankungen auftreten können.

Wie wird das Virus übertragen?

Bei Pferden und Schafen wird vermutet, dass die Tiere bei der Nahrungsaufnahme in Kontakt mit der Feldspitzmaus oder ihren Ausscheidungen kommen. Für den Menschen sind verschiedene Übertragungswege denkbar. Laut RKI ist es am wahrscheinlichsten, dass sich Menschen ebenfalls über den Kontakt mit dem Kot von Spitzmäusen anstecken.

Mögliche Infektionswege sind die Aufnahme über verunreinigte Lebensmittel oder Wasser, das Einatmen des Virus über kontaminierten Staub oder der direkte Kontakt zu einer Spitzmaus, etwa durch einen Biss. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt als unwahrscheinlich.

Welche Symptome können auftreten?

Die meisten der bisher bekannten infizierten Patienten litten zu Beginn unter Kopfschmerzen, Fieber und einem allgemeinem Krankheitsgefühl. Im weiteren Verlauf kam es bei den Infizierten zu neurologischen Symptomen wie Verhaltensauffälligkeiten und Sprach- und Bewegungsstörungen. Auch Komafälle wurden beobachtet.

Eine spezifische Therapie gegen Bornavirus-Infektionen gibt es derzeit nicht. Eine Behandlung aus unterstützenden Maßnahmen mit intensivmedizinischer Betreuung besteht ebenfalls nicht.

Ist eine Infektion meldepflichtig?

Der direkte Virusnachweis von Bornaviren beim Menschen ist gemäß Paragraf 7 des Infektionsschutzgesetzes für Labore an das Gesundheitsamt meldepflichtig.

Wie kann der Kontakt zum Bornavirus vermieden werden?

Da die Meldungen zu Infektionen mit dem Bornavirus äußerst gering ausfallen, ist keine besondere Vorsicht geboten. Das Risiko kann aber weiter reduziert werden, indem der Kontakt zu Spitzmäusen und deren Ausscheidungen vermieden wird. So eignen sich die Nagetiere nicht als Haustiere und tote Spitzmäuse sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden.