Magdeburg l Weit mehr als 1000 Polizisten mit einem halben Dutzend Wasserwerfern, einer Pferdestaffel, Hunden und Hubschraubern sollen am heutigen Sonnabend in Magdeburg Ausschreitungen zwischen Fans sowie linken und rechten Demonstranten verhindern.

„Wir erhalten Unterstützung von Hundertschaften aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie Einheiten der Bundespolizei“, sagte Einsatzleiter Tom-Oliver Langhans am Freitag. Es sei ein kostenintensiver Einsatz. Genau beziffern konnte er dies bisher aber nicht. „Weil in Magdeburg und Umgebung viele Hotels ausgebucht waren, mussten wir die Kollegen zum Teil in Stendal, Tangermünde und Halle unterbringen“, so der Einsatzleiter.

  •  Fußballderby FC Magdeburg gegen Hansa Rostock: Rund 20 000 Zuschauer werden erwartet, davon kommen etwa 2300 aus Rostock. Etwa 630 Fans aus Magdeburg und der Unterstützerklubs vom BFC Dynamo und Eintracht Braunschweig werden als gewaltbereit eingestuft. Bei den Gästen aus Rostock liegt die Zahl bei etwa 400. Obwohl das Derby als Risikospiel eingestuft ist, gebe es zurzeit aber keinen konkreten Hinweis auf Ausschreitungen. Das Stadion ist bereits seit Donnerstag gesperrt und soll vor dem Spiel von Sprengstoffsuchhunden kontrolliert werden. Der FCM setzt zudem etwa 500 Ordner ein, um im Stadion die Sicherheit zu gewährleisten. Verkehrseinschränkungen gibt es vor allem im Osten der Stadt im Bereich der Bundesstraße 1. Zwischen 11.45 Uhr und 13.45 Uhr wollen die Hansa-Fans einen Marsch über die Herrenkrugstraße zum Stadion für eine Demonstration unter dem Motto „Gegen Kollektivstrafen“. Langhans: „Wer am Nachmittag nicht unbedingt in den Osten der Stadt fahren muss, sollte es auch nicht tun.“ Erschwerend komme dort hinzu, dass zeitgleich auch die Raubfisch- und Meeresangeltage auf dem Messegelände stattfinden.
  • Demonstrationen in der Innenstadt: Die Partei „Die Rechte“ hat parallel zum Fußballderby zwischen 13 und 18.30 Uhr einen Aufmarsch durch die Innenstadt zwischen Buckauer Bahnhof, Hasselbachplatz und Willy-Brandt-Platz angemeldet. Die Polizei rechnet zwischen 80 und 150 Teilnehmern. Zum Gegenprotest mit Fahrrädern zwischen 11 und 18 Uhr könnten etwa 150 Teilnehmer kommen.
  • Hells-Angels-Treff in Salzwedel: Die Polizei rechnet mit 500 bis 700 Rockern der Hells Angels zur Clubhauseröffnung um 19 Uhr in Salzwedel. Auf den Zufahrtsstraßen soll die Polizei, schwer bewaffnet und zum Teil vermummt, anreisende Gäste kontrollieren.
  • Bandidos-Party in Haldensleben: Auch rund um Haldensleben gibt es Polizeikontrollen. Dort feiern ab 19 Uhr die Bandidos das fünfjährige Bestehen ihres Chapters (Ortsklub). Es werden etwa 100 bis 150 Rocker erwartet.