Magdeburg l Die am Sonntag zurückgetretene  Landesschatzmeisterin der AfD, Yvonne Sturm, hat  der Partei „Satzungsbruch" vorgeworfen.  Mit  Verweis auf die Bundessatzung sagte sie, dass die Mitgliedschaft im Landesvorstand nicht mit einem entgeltlichen Beschäftigungsverhältnis vereinbar sei. „Nach Bundessatzung hätte ich nicht kandidieren dürfen",  schreibt sie in der Rücktrittserklärung. Sturm war erst Ende Mai ins Amt gewählt worden. 

Vor ihrem Rücktritt war Sturm, die zudem Kreisvorsitzende im Harz ist, als Schatzmeistern qua  Amt im Landesvorstand. Zugleich ist sie Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle der Landtagsfraktion.  Auch der Vize-Landesvorsitzende Ronny Kumpf und Frank Pasemann,  derzeit stellvertretender Landesschatzmeister, sind bei der Landtagsfraktion angestellt.  Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass  AfD-Landes- und Fraktionschef  André Poggenburg unter anderem „Interessenskonflikte"  für den Rücktritt von Sturm angeführt hatte.  

In einer Stellungnahme vom Dienstag erklärte Sturm: „Ich bin bei Amtseintritt von einer professionellen Arbeit ausgegangen, die es aber nicht gegeben hat. Ich bin enttäuscht von den Mutmaßungen und Vorwürfen meine Person betreffend. Das macht aber einmal mehr deutlich, wie im Landesvorstand gearbeitet wird. Zudem entspricht die von André Poggenburg getätigte, öffentliche Aussage einer zu hohen Arbeitsauslastung meiner Person nicht der Wahrheit."

Bereits am Montag hatte Sturm ihren Rückzug in einer schriftlichen Erklärung auch damit begründet, dass sie als Schatzmeisterin „keine Kontovollmacht" habe. „Ich werde nicht weiter ausführen, ob dem ein fehlerhaftes Vertrauensverhältnis oder eine nicht vorhandenen Ernsthaftigkeit unsere Arbeit betreffend zu Grunde liegt." 

Poggenburg war am Dienstag zunächst nicht zu erreichen.