Köln (dpa) l Der Aufnahme des TV-Satirikers Jan Böhmermanns in die SPD steht wohl nichts mehr im Weg. Die Kölner SPD habe beschlossen, ihm eine Ausnahmegenehmigung vom Wohnortprinzip zu erteilen, erklärte Frank Mederlet, Geschäftsführer der Kölner SPD, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Ursprünglich hatte die Kölner SPD darüber erst am 26. September beschließen wollen. Der SPD-Ortsverein Köthen in Sachsen-Anhalt ist zur Aufnahme Böhmermanns bereit, doch da der ZDF-Satiriker in Köln wohnt, war dies nicht ohne weiteres möglich. Normalerweise wird man dort Mitglied, wo man wohnt. 

Die Frage um seine endgültige Aufnahme entscheidet sich am 1. Oktober. Dann will der SPD-Kreisverband Anhalt-Bitterfeld bei seiner nächsten Sitzung über den Aufnahme-Antrag des 38-Jährigen entscheiden, wie Kreischef Ronald Mormann am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Es sei wahrscheinlicher, dass das Gremium grünes Licht gebe, als dass es den Antrag ablehne. "Sollten wir zu dem Schluss kommen, dass es Jan Böhmermann um die Partei geht und nicht um die Zuschauerquote, dann werden wir ihn aufnehmen", so Mormann.

Böhmermann, Moderator der ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale", hatte angekündigt, SPD-Vorsitzender werden zu wollen. Die Frist für Kandidatur lief jedoch am Sonntag vor einer Woche ab, bevor er Parteimitglied geworden war.

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