Die Überzeugungen, die Hedwig von Beverfoerde verteidigt, waren in Deutschland vor 20 Jahren noch Common Sense: Ein Elternpaar besteht aus Vater und Mutter – und aus nichts anderem. Mittlerweile können sich viele Menschen vorstellen, dass auch Vater und Vater oder Mutter und Mutter liebevolle Eltern abgeben. Wer wie Beverfoerde Homosexuellen Ehe und Elternschaft verwehren will, ist in die Minderheit geraten – und hat dennoch das Recht, seine Meinung zu äußern.

Eine Berliner Bühne stellt die Baronin in eine Reihe mit dem Massenmörder Breivik und der wegen Terrorismus angeklagten Beate Zschäpe. Das Stück ist, so viel lässt sich bereits aus der Ferne erkennen, mit dem ganz groben Holzhammer zusammengezimmert. Juristisch ist das zulässig: Zu Recht hat die Kunstfreiheit großes Gewicht. Für die politische Debatte über konservative und rechte Strömungen braucht es hingegen Differenzierungen. Und Gewalt muss als Mittel absolut tabu sein.