Stendal l Ein Ehepaar zieht am Montag gegen die Kreissparkasse Stendal vor Gericht. Die Eheleute halten die Kündigungen von drei alten, gut verzinsten Sparverträgen für unwirksam. Das Geldinstitut hatte die Sparverträge bereits im Dezember 2016 gekündigt. Insgesamt hatte die Stendaler Sparkasse damals rund 2200 Verträge gekündigt. Aufgrund der niedrigen Zinsen in der Euro-Zone können viele Banken versprochene Zinsen nicht mehr erwirtschaften. „Die Marktlage zwingt uns zu dem Schritt, mit dem wir uns bestimmt nicht beliebt machen“, sagte damals ein Sprecher der Kreissparkasse der Volksstimme.

Am Montag nun soll das Landgericht in der Hansestadt darüber befinden, ob die Kündigung der lukrativen Sparverträge rechtens gewesen ist. Konkret geht es um drei sogenannte Prämiensparverträge. Die Sparkasse hatte in den alten Verträgen zusätzlich zu den Zinsen Bonuszahlungen gewährt. Teilweise seien die gekündigte Verträge in der höchsten Prämienstufe gewesen, so Gerichtssprecher Michael Steenbuck. Das Ehepaar pocht auf eine Mindestvertragslaufzeit von 25 Jahren und beruft sich dabei auf einen Werbe-Flyer und interne Bankunterlagen. Die Sparkasse geht hingegen davon aus, dass es keine Mindestvertragslaufzeit gegeben habe und deswegen jederzeit gekündigt werden könne.

Bereits am ersten Verhandlungstag werde wohl klar sein, wohin die Reise geht, sagte Sprecher Steenbuck. Das Urteil wird Richterin Nicole Simon aber erst in drei Wochen in einem gesonderten Termin verkünden.