Magdeburg l Es ist einer der ungewöhnlichsten Prozesse der letzten Jahre am Magdeburger Landgericht. Es geht um Lügen, geprellte Männer, knapp eine Million Euro Bargeld und Luxuswagen. Am fünften Prozesstag sagte der ehemalige Liebhaber der Ex-Arztgattin Olaf Bernhardt, Inhaber von "Curry 54" aus.

In seiner eigenen Kolumne „Scharfe Sprüche“ im Magazin „Magdeburg Kompakt“ stritt er das schon im Vorfeld der Verhandlung ab. Sie habe ihm schließlich die Scheidungspapiere, die es zu dem Zeitpunkt gar nicht gab, auf dem Handy gezeigt und wortreich erklärt, dass eigentlich Hans D. sie als reiche Anwältin ausnehmen wollte. Für ihn sei klar gewesen, sie sei von ihrem Mann längst getrennt. Was sie aber nicht war.

Das sagt er auch vor Gericht so aus. Was Staatsanwalt Arnold Murra in seiner Anklage als „außereheliche Beziehung“ bezeichnet, dazu sagt der Gastronom: „Das war eine freundschaftliche Beziehung mit Herzchen.“ Es folgt gedämpftes Gelächter im Gerichtssaal. Möglicherweise, weil er in seiner Kolumne der Öffentlichkeit auch mehr gestand.

Übrigens hat auch ein anderer ehemaliger Liebhaber, der neben Olaf Bernhardt und Hans D. kurzzeitig mit der angeblichen Anwältin liiert war, eine ähnliche Erfahrung mit Anja D. gemacht. Erzieher René L.: „Da lagen auf dem Tisch die goldenen Kreditkarten rum. Ich glaube, die hat sie da mit Absicht platziert. Ich konnte ja nicht wissen, dass die schon lange abgelaufen waren.“ Die Masche zieht offenbar bei vielen. Etwa eineinhalb Jahre lang auch bei dem Gastronomen Bernhard, der immer wieder betont, dass sie ihm die „Großverdienerin“ vorspielte.

Die inzwischen geschiedene 41-Jährige soll in den Jahren 2015 bis 2018 Hunderttausende vom Konto geräumt und Luxuswagen ohne sein Wissen gekauft haben.

Die ganze Berichterstattung zum Prozesstag gibt es hier im E-Paper zum Nachlesen.