Magdeburg l Seit Dienstag muss sich ein 24-Jähriger für 77 Straftaten vor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Magdeburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft Marko H. vor, von August bis Oktober 2017 seine 19-jährige Freundin in der gemeinsamen Magdeburger Wohnung täglich misshandelt zu haben. Ausserdem habe er sie mehrfach eingesperrt.

Weiterhin soll der Magdeburger am 3. Februar 2018 in der Straßenbahnlinie 1 einen Schwarzafrikaner mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihn mit seinem Hund bedroht haben. Nachdem ihn ein anderer Fahrgast aufgefordert habe, die Straßenbahn zu verlassen, sei er gegenüber diesem Mann ebenfalls tätlich geworden.

Freundin misshandelt

Am 9. März 2018 habe H. seine englische und seine französische Bulldogge auf einen ehemaligen Nachbarn gehetzt. Ausgangspunkt seien zehn Euro Schulden gewesen. Der 32 Jahre alte Zeuge (2,1 Promille und Cannabis) auf den H. seinen Hund mit der Aufforderung gehetzt habe: „Fass!", sagte gestern man habe erst „gequatscht, blabla" und sich danach „ein bisschen gekloppt", ehe die Bulldogge ihn angegangen sei.

Die 22-jährige Ex-Freundin von H., die bei dem Geschehen dabei war, schilderte die Sache so, dass sich der Hund, den sie an der Leine gehalten habe, losgerissen hatte.

Ausländerfeindlicher Hintergrund

Ein weiterer Vorwurf lautet, dass er am 13. Mai seine beiden Hunde gegen zwei syrische Familen am Magdeburger Florapark als Waffe eingesetzt habe. Die Angriffe des Vorbestraften in der Straßenbahn und im Park sollen einen ausländerfeindlichen Hintergrund gehabt haben. Die Anklage geht von gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung aus.

Verteidigerin Heike Rabenow teilte mit, dass ihr Mandant, der in Untersuchungshaft sitzt, vorerst nicht aussagen werde.