Magdeburg l War es versuchter Mord und nicht wie das Landgericht Dessau-Roßlau geurteilt hat, versuchter Totschlag, Menschenraub und Raub? Diese Frage muss das Magdeburger Landgericht ab Mittwoch beantworten – in dritter Auflage des Prozesses, bei dem es um den Tod eines 39-Jährigen vor acht Jahren geht.

Am 9. Januar 2012 war der Münchner auf der A 9 unterwegs. Er wollte mit einem Miet-Sprinter nach Schleswig-Holstein, um dort Möbel bei seinen Eltern unterzustellen. Das letzte Lebenszeichen von ihm kam von der Tankstelle Fläming Tank Cobbelsdorf (Landkreis Wittenberg). Dort rief der Informatiker seine Mutter an. Am 15. Januar 2012 wurde der Transporter in einem Wald bei Dessau-Roßlau entdeckt. Im Laderaum der gefesselte und misshandelte Münchner. Gestorben nach massiven Schlägen. Schnell gerieten Litauer in Verdacht.

Im ersten Prozess wurden sie wegen Menschenraubs und Raubes mit Todesfolge zu zwölf Jahren und zwei Monaten bzw. elf Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Sie legten Revision beim Bundesgerichtshof ein und das Landgericht Dessau verhandelte erneut. Nun wurden sie zu zehn Jahren und drei Monaten, acht Jahren und neun Monaten sowie acht Jahren und sechs Monaten verurteilt. Nach erneuter Revision verwies der BGH den Fall nach Magdeburg. Es muss geprüft werden, ob es sich um Mordversuch handelt.