Politiker fordern Rettung europäischer Solarindustrie

Q-Cells hüllt sich in Schweigen

Bitterfeld-Wolfen (dpa/dapd). Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will das Solarunternehmen Q-Cells in Deutschland halten. Gegenüber dem Sender MDR Info äußerte Haseloff zwar Verständnis, dass die Firma Teile der Produktion nach Malaysia verlagern wolle. Q-Cells stehe auf dem Weltmarkt unter Preisdruck. Jedoch muss nach Ansicht von Haseloff die deutsche Politik jetzt auf Strategien drängen, um die Solarbranche in Ostdeutschland zu erhalten. Dazu brauche es klare Signale für die Zukunft. Es gehe nicht um eine neue Förderung für die Solarbranche, sondern etwa um die Vergabe von Krediten: "Diejenigen, die in Deutschland und Europa Solarparks bauen, müssen Zugang zu Kapital haben."

Diebörsennotierte Solarfirma aus Bitterfeld-Wolfen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) will sich vorerst nicht auf den Umfang eines möglichen Personalabbaus festlegen. "Wir können im Moment noch keine konkreten Zahlen nennen, weil wir unsere Hausaufgaben noch machen müssen", sagte Q-Cells-Sprecherin Ina von Spies gestern. Der Unternehmensvorstand habe ein Paket geschnürt, das Kosteneinsparungen von bis zu 30 Prozent in der Verwaltung vorsieht. Dem müsse der Aufsichtsrat noch zustimmen.

Unterdessen hat sich die Landtagsfraktion der Grünen für eine Initiative zur Rettung der europäischen Solarindustrie ausgesprochen. Der wirtschaftspolitische Sprecher Christoph Erdmenger sagte, das Unternehmen sei für seine Verluste selbst verantwortlich. Im Solarmarkt gestalteten aber Bundes- und Landesregierung die Bedingungen maßgeblich mit. Erdmenger forderte, für nichteuropäische Produzenten sollte die Förderung zehn Prozent geringer sein als für Anbieter mit vorwiegend europäischen Komponenten.

Die CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung in Sachsen-Anhalt hat sich für eine Reduzierung der Solarförderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz ausgesprochen. Es dürfe künftig nicht mehr sein, dass der deutsche Stromkunde chinesische Staatsunternehmen subventioniere, sagte Vize-Vorsitzender Harald Kremer. Diese überschwemmten die Märkte mit Solarzellen zu Dumpingpreisen und griffen inzwischen große Teile der Solarförderung in Deutschland ab. Dies habe nichts mit einem fairen Wettbewerb zu tun.