Ramelow über scheidende Junkermann: "Miteinander gefördert"
Erfurt/Magdeburg (dpa) - Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die scheidende Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Ilse Junkermann als Vermittlerin gewürdigt. "Als Mensch wie als Bischöfin stand sie dafür ein, Trennendes zu überwinden und das Miteinander zu fördern", teilte Ramelow (Linke) am Freitag mit. Junkermann soll am Samstag nach zehn Jahren an der EKM-Spitze bei einem Gottesdienst in Magdeburg offiziell verabschiedet werden.
"Sie hat die Kirchenfusion der Kirchenprovinz Sachsen und der Thüringer Landeskirche gemeistert und die neu geschaffenen Strukturen der EKM mit Leben erfüllt", so der bekennende Protestant Ramelow weiter. Sie habe zwischen den unterschiedlichen geistlichen und strukturellen Traditionen vermittelt und wertschätzenden Umgang miteinander gefördert. Ramelow betonte auch, dass Junkermann bei vielen öffentlichen Anlässen deutlich gemacht habe, dass Fremdenfeindlichkeit und Rassismus dem Kern des christlichen Glaubens widersprechen.
Auch die Präsidentin des Thüringer Landtags, Birgit Diezel, lobte Junkermann etwa für ihren Einsatz im Dialog zwischen Christen und Nichtchristen und im christlich-jüdischen Austausch. Sie dankte Junkermann für ihre Integrationskraft und ihre Impulse in der Kirche. "Vor allem im Hinblick auf das gesellschaftliche Klima hatte sie stets die aktuellen Veränderungen im Blick", so Diezel.
Junkermanns Amtszeit endet am 31. August. Ihr folgt Friedrich Kramer als neuer Landesbischof der EKM. Die Kirche hat eigenen Angaben zufolge rund 712 000 Mitglieder. Ihr Gebiet umfasst im Wesentlichen die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen, es gehören aber auch Teile Brandenburgs und Sachsens dazu.