Magdeburg/Seehausen l Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner will das Land betroffenen Gemeinden jetzt mit Sofortmaßnahmen helfen. Darauf hat sich am Dienstag das Regierungskabinett geeinigt.

Kommunen, die wie das altmärkische Seehausen unter einer „außergewöhnlichen Belastung“ durch den Raupen-Befall leiden, sollen Mittel aus dem Ausgleichsstock des Landes erhalten. Die Landesregierung bestätigte verfügbare Mittel im unteren einstelligen Millionenbereich, das Finanzministerium werde die Kommunen bei der Antragstellung unterstützen. „Es geht hier um den Gesundheitsschutz der Bevölkerung, deshalb muss sofort gehandelt werden“, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zur Begründung.

Darüber hinaus will das Land eine interministerielle Arbeitsgruppe zum Thema reaktivieren. Sie soll einen Handlungsplan für 2019 entwickeln. Außerdem werde es eine Haushaltsvorsorge geben, hieß es. Die Höhe steht noch nicht fest. Hintergrund: Am Wochenende war bekannt geworden, dass ein Mädchen im altmärkischen Seehausen ausgelöst von Härchen des Raupenprozessionsspinners einen allergischen Schock erlitten hatte. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rüdiger Kloth (CDU) erklärte daraufhin, er fühle sich im Kampf gegen die Raupe seit Jahren vom Land im Stich gelassen. Kloth stellte aus Protest Selbstanzeige „wegen Körperverletzung im Amt“.