Magdeburg l  Nach der Wahl des Ministerpräsidenten am Mittwoch im Thüringer Landtag haben sich leitende Geistliche geäußert.

„Die FDP- und CDU-Fraktion im Thüringer Landtag haben eine rote Linie überschritten", heißt es in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung  von  Landesbischof Friedrich Kramer (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland), Bischof Christian Stäblein (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz), Bischöfin Beate Hofmann (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck), Kirchenpräsident Joachim Liebig (Evangelische Landeskirche Anhalts) und Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland).

Und weiter: „Aus christlicher Sicht darf es keine Regierung unter Mitwirkung von Rechtspopulisten und Rechtsextremisten geben. Dies leistet antidemokratischen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Positionen Vorschub und macht sie salonfähig. Für Christinnen und Christen aber hat jeder Mensch seine Würde. Aufgabe der Politik ist es nach Artikel 1 Grundgesetz, diese Würde zu wahren und zu verteidigen."

Dies könne aber nicht gelingen, wenn mit Rechtsextremisten gemeinsame Sache gemacht werde. „Wir bitten die Mandatsträger der demokratisch gesinnten Fraktionen im Thüringer Landtag, den Weg für Neuwahlen frei zu machen."