Festspiele beginnen in Stendal

Strohballen-Arena und Schiffskonzert in der Altmark

Die Altmark-Festspiele stehen für Kunst und Kultur in der Region. An zwölf Orten wird gespielt, gelesen, getanzt. Los gehen die Festspiele am 12. Mai – mit bewährten Formaten und einigen neuen Ideen.

Von Grit Warnat 28.04.2022, 19:57
Mit diesem Foto der Musikerin Sophia Reuter werben die Altmark-Festspiele für die neue Saison.
Mit diesem Foto der Musikerin Sophia Reuter werben die Altmark-Festspiele für die neue Saison. Foto: Barbara Glücksmann

Gardelegen - Wenn man Reinhard Seehafer nach seinen persönlichen Highlights in diesem Festspiel-Sommer fragt, dann will sich der Musiker und Komponist nicht festlegen auf ein, zwei Konzerte. Schließlich hat er als Intendant das Programm zu verantworten. „Wir haben tolle Interpreten engagieren können. Und wir haben einige neue Formate, bei denen wir gespannt sind, wie sie angenommen werden“, sagt er.

Natürlich sind das Eröffnungs- (21. Mai) und das Abschlusskonzert (4. September) allein der großen Besetzung wegen die Schwergewichte im Programm. In beiden Konzerten wird das Czech National Symphony Orchestra spielen. Seehafer erzählt, wie sehr er sich freue, dieses Orchester, das in der Filmszene einen Namen hat und schon etliche Soundtracks für Hollywood eingespielt habe, erstmals in die Altmark zu holen.“ Zuletzt hätten die Musiker mit Ennio Morricone für die Filmmusik für den Western „The Hateful Eight“ zusammengearbeitet. Weltbekannte Filmmusik von Bernstein über Williams bis hin zu Zimmer und Barry steht selbstredend auch auf dem Programm zur Eröffnung der Festspiele. „Wir kommen damit einem Wunsch des Publikums nach“, sagt Seehafer.

Zwischen Stendal und Salzwedel, Tangermünde und Arendsee werden 14 Veranstaltungen geboten. Traditionell gehen die Festspiele auf das Land, in diesem Sommer zum Beispiel mit finnischen Tangos nach Hohengrieben, mit Kammermusik in die Dorfkirche von Berge und zur sommerlichen Serenade in die Alte Burg von Apenburg. Erneut wird zur Musik in den Bismarck-Häusern in Döbbelin, Birkholz und Welle geladen. Auch die „Queen Arendsee“ wurde wieder gechartert. Zweimal Ende Juli wird das Schiff schon um 5 Uhr ablegen, damit die Gäste pünktlich zum Sonnenaufgang den Harfenklängen von Babette Niclas folgen können. Die Konzerte auf dem Arendsee sind nicht mehr wegzudenken aus dem Festspiel-Kalender. Trotz der Morgenstunde sind sie alljährlich ausgebucht.

Zu bewährten Formaten kommen neue Ideen. Erstmals laden die Festspiele zum Mitternachtskonzert (8. Juli, St. Stephans-Kirche Tangermünde, Beginn: 22.30 Uhr). Eine Premiere steht auch im Landschaftspark Wittenmoor an. Seehafer erzählt, dass Bauern und einige Landwirtschaftsbetriebe begeistert gewesen seien von der Idee, Kultur und Landwirtschaft miteinander zu verbinden. 250 bis 300 Leute sollen in einer Strohballen-Arena Platz finden. Seehafer selbst hat die musikalische Leitung inne. Werden die beiden Konzerte zwischen Strohballen angenommen, soll es eine Wiederaufnahme 2023 geben.

Überhaupt hat Seehafer weitere Pläne. Er möchte ein breit gefächertes Kunstfestival. Neben Musik und Lesungen zum Beispiel auch Ausstellungen und Filme. „Wir wollen das Publikum mitnehmen und werden sehen, was gewünscht ist“, so der Intendant.