Land sucht bewerber

UNESCO-Wettbewerb: Kann Sachsen-Anhalts Kultur wieder punkten?

Skat spielen, Prozellanmalerei oder der Grasedanz im Harz - sie alle gehören zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO Deutschland. Insgesamt 126 "lebendige Kulturformen" befinden sich im bundesweiten Verzeichnis. In diesem Jahr sollen weitere dazu kommen. Kann Sachsen-Anhalt einen neuen Eintrag ergattern? 

Der Grasedanz ist eine lebendige Tradition in zwei Harzdörfern, bei der Frauen die Hauptrolle spielen. Sie haben das Fest vor mehr als 100 Jahren als Wertschätzung ihrer Arbeit initiiert.
Der Grasedanz ist eine lebendige Tradition in zwei Harzdörfern, bei der Frauen die Hauptrolle spielen. Sie haben das Fest vor mehr als 100 Jahren als Wertschätzung ihrer Arbeit initiiert. Quelle: Webseite Deutsche Unesco Kommission/ Foto: Andreas Pawel

Magdeburg (vs) - Das Immaterielle Kulturerbe der UNESCO dient dazu, bundesweit und international verschiedene Bräuche, Traditionen, Feste und Handwerkstechniken zu erhalten. In diesem Jahr sucht die deutsche Kommission neue Beiträge. Das Kulturministerium Sachsen-Anhalt bittet nun um Vorschläge.

Gemeinschaften, Gruppen oder Einzelpersonen sind aufgerufen, ihre Kulturform, deren Entstehung, Wandel und heutige Praxis sowie die Trägerschaft zu beschreiben. Zum Immateriellen Kulturerbe zählen: 

  • Bräuche
  • Feste
  • Tanz
  • Theater
  • Musik
  • mündliche Überlieferungen
  • Naturwissen
  • Handwerkstechniken

Derzeit sind insgesamt 113 Kulturformen und 13 Modellprogramme als gute Praxisbeispiele im Bundesweiten Verzeichnis eingetragen. Darunter befinden sich auch Mehrere aus Sachsen-Anhalt:

  • Grasedanz im Harz (Aufnahmejahr 2020)
  • Spergauer Lichtmeß (2018)
  • Pfingsttanz als Basis der kommunalen Entwicklung in der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra (2018)
  • Schachtradition Ströbeck (2016)
  • Finkenmanöver im Harz (2014)
  • Salzwirker-Brüderschaft Halle (2014)

Robra wünscht sich aktive Teilnahme

Staats- und Kulturminister Rainer Robra rief alle Interessenten dazu auf, die Möglichkeit der Bewerbung rege zu nutzen: „Die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes ist eine wichtige Ergänzung des Schutzes der Kulturdenkmäler und Bauten, die Zeugnis ablegen von unserer Vergangenheit. Mit den Eintragungen in das Bundesweite Verzeichnis dokumentieren wir landestypische und regionale Eigenheiten, die Ausdruck unserer Identität sind. Sie prägen bei den Menschen das Gefühl von Heimat in besonderer Weise.“

Die Finkenwettbewerbe in acht Orten des Harzes enthalten zwei Wettkampfdisziplinen - die Schönheitsklasse und die Kampfklasse.
Die Finkenwettbewerbe in acht Orten des Harzes enthalten zwei Wettkampfdisziplinen - die Schönheitsklasse und die Kampfklasse.
Quelle: Webseite Deutsche Unesco Kommission Foto: Dieter Spormann / Buchfinkengilde

Auch auf internationaler Ebene sind viele Kulturformen vertreten. So zum Beispiel der Geigenbau im italienischen Cremona, Yoga aus Indien, die kubanische Rumba, der Zaouli-Tanz in Côte d’Ivoire, der Pinisi-Bootsbau in Indonesien oder das traditionelle System der Wasserrichter in Peru.

Das müssen Interessenten bei der Bewerbung beachten

Die entsprechenden Vorschläge müssen die Kriterien des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes erfüllen. Besonders willkommen sind Bewerbungen, die die Vielfalt heutiger Stadtgesellschaften abbilden. Aufgenommen werden lebendige kulturelle Traditionen und kreative, identitätsstiftende Ausdrucksformen.

Weitere Bedingungen und Details zur Bewerbung können der Webseite der UNESCO entnommen werden. Bewerbungen können eingereicht werden bei:
Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, Referat 64
Hegelstraße 40-42
39104 Magdeburg

Zudem bietet der Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V. interessierten Antragstellern Unterstützung an. Eine Inanspruchnahme der Beratungsangebote wird potentiellen Bewerbern ausdrücklich empfohlen. Weitere Informationen sind auf der Homepage des Landesheimatbundes zu finden.