Leitmesse setzt in Frankfurt am Main neue Rekordmarke / Kfz-Gewerbe klagt über tobende Rabattschlacht und schleppenden Absatz

Automechanika soll Automarkt Impulse geben

Mit restlos ausgebuchter Ausstellungsfläche und Rekord-Ausstellerzahl ist die Branchenmesse Automechanika in Frankfurt am Main gestartet.

Frankfurt/Main (dpa) l Die weltweit größte Fachmesse der Automobilwirtschaft soll dem schwächelnden Automarkt neue Impulse geben. Darauf hofft das deutsche Kfz-Gewerbe. Die Leitmesse öffnete gestern ihre Tore. Bis Sonntag präsentieren 4593 Aussteller aus 74 Ländern auf rund 305000 Quadratmetern Fläche ihre Produkte. Das ist eine neue Rekordmarke für die Automechanika nach 4471 Ausstellern vor zwei Jahren.

"Mehr geht nicht, mehr kriegen wir hier auf der Messe Frankfurt nicht unter", sagte der Geschäftsführer der Messe Frankfurt, Detlef Braun. Erwartet werden rund 160000 Fachbesucher, 10000 mehr als vor zwei Jahren.

Die Leitmesse der Automobilwirtschaft zeigt Produkte in den Bereichen Autoteile, Werkstatt- und Tankstellenausrüstung, IT und Management, Fahrzeugwäsche, Zubehör und Tuning. Hinter der Automechanika stehe mit den inländischen Teile- und Zubehörherstellern eine Branche mit einem Nettoumsatz von 96 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, sagte Braun. Zudem würden im Handel 19 Milliarden Euro umgesetzt und mit der Reparatur weitere 4 Milliarden Euro.

Schwerpunkt der Messe ist das Thema Elektromobilität. Zu sehen sind Lösungen aus den Bereichen Erstausrüstung, Umrüstung, Fahrzeuge und Ladezubehör, Entsorgung und Recycling. Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes für Elektromobilität präsentieren auf der Automechanika Neuerungen bei der Ladetechnik sowie Elektroautos und -zweiräder. Die Messe Frankfurt verspricht, dass Aussteller etwa das schnellste E-Kart der Welt mit qualmenden Reifen vorführen. Der Kfz-Handel klagte kurz vor der Automechanika über das schwache Geschäft und eine tobende Rabattschlacht. Mit 2,1 Millionen Neuzulassungen wurden von Januar bis August 0,6 Prozent Autos weniger verkauft als im Vorjahr.

Laut Zentralverband Deutsches Kraftgewerbe haben Händler und Hersteller fast 29 Prozent selbst zugelassen. Diese Eigenzulassungen drängten mit hohen Nachlässen auf den Markt. Das bringe das Preisniveau für Neu- und Gebrauchtwagen sowie für Leasing-Rückläufer durcheinander.