Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

Bahnstreik: Starke Beeinträchtigungen in Sachsen-Anhalt - das sieht der Ersatzfahrplan vor

Der bundesweite Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn hat am Donnerstagmorgen für zahlreiche Zugausfälle und -verspätungen in Sachsen-Anhalt gesorgt.

 Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) streikt weiter. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa
 Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) streikt weiter. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa dpa

Leipzig/Magdeburg (dpa) - Der Ausstand im Personenverkehr habe um 2.00 Uhr begonnen, bestätigte eine Bahnsprecherin am Donnerstagmorgen. Wenn möglich seien Bahnreisende angehalten, ihre Reise umzubuchen.

Der Ersatzfahrplan der Bahn sieht vor, jeden vierten Fernzug verkehren zu lassen. Im Regionalverkehr und S-Bahnbetrieb sollen etwa 40 Prozent aller Bahnen fahren. Auch in Sachsen-Anhalt kommt es zu massiven Beeinträchtigungen des Fahrplans. Eingeschränkt verkehren die Linien der S 2 zwischen Leipzig und Jüterbog, S 3 zwischen Halle und Leipzig und S 5/S 5X zwischen Zwickau und Halle. Außerdem gibt es einen Ersatzfahrplan für die Linie der S 1 zwischen Schönebeck und Wittenberge sowie für die der S 8 zwischen Halle und Zahna/Jüterbog. Regional verkehren die Linien der RE 1, RE 7, RE 13, RE 18, RE 20, RE 30, RE 40, RB 76 sowie RB 78 eingeschränkt. Alle anderen Linien müssen entfallen.

Schon seit Mittwochnachmittag bestreikt die Gewerkschaft den Güterverkehr. Trotz eines neuen Angebots der Bahn hat die GDL in der Nacht den Arbeitskampf wie geplant auch im Personenverkehr wieder aufgenommen. Es ist das dritte Mal binnen weniger Wochen, dass Hunderttausende Pendler und Bahnreisende von den Arbeitsniederlegungen getroffen werden. Der Streik soll nach dem Willen der GDL bis Dienstagnacht dauern.

Die Lokführergewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Mit dem auf mehr als fünf Tage angesetzten Streik in der laufenden Tarifrunde bei der Bahn will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen. Die Deutsche Bahn hatte ursprünglich eine deutlich längere Laufzeit von rund 40 Monaten angestrebt. Mit dem neuen Angebot hat sie nun 36 Monate in Aussicht gestellt sowie eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro.

Die GDL kündigte mehrere Streik-Kundgebungen für Donnerstag, Freitag und Montag an. Gewerkschaftschef Claus Weselsky plant demnach Auftritte in Leipzig, Nürnberg, Magdeburg und Berlin.