Flexible Arbeitszeiten und Kita-Ausbau

Berlin (dpa) l Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sieht Nachholbedarf bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Junge, gut ausgebildete Frauen wollten beides miteinander verbinden, sagte Weise dem ZDF-Nachrichtenportal heute.de.

"Wir beobachten an jungen Menschen, dass sie eine andere Vorstellung von Beruf und Freizeit haben. Das heißt, kein Abstrich an der Leistungsfähigkeit, aber mehr Selbstbestimmung, wann man was macht." Der Fachkräftemangel werde Unternehmen zwingen, auf diesen Wunsch der Beschäftigten einzugehen. "Das wird die Arbeitswelt verändern." Skandinavische Länder könnten dabei ein Vorbild sein.

DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann sagte, die Hauptverantwortung bei der Kinderbetreuung liege beim Staat. "Jeder dritte Betrieb unterstützt seine Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung heute schon. Weitere befinden sich bereits in der Planungsphase, so dass hier bald jeder zweite Betrieb aktiv sein wird."

Zahlreiche Dax-Unternehmen wollen der "Welt am Sonntag" zufolge in den nächsten Jahren die Kinderbetreuung deutlich ausbauen. Mehr eigene Angebote sowie Belegplätze planten bis Ende 2013 Adidas (von derzeit 12 auf 110), BASF (von 214 auf 394), Beiersdorf (von 56 auf 100), Henkel (von 160 auf 240), Lanxess (von 50 auf 100), SAP (von 220 auf 300) und ThyssenKrupp (von 90 auf 130), berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Umfrage bei Dax-Konzernen.