Wohnungswirtschaft

Neue Rezepte gegen Leerstand

Wohnungswirtschaft in Sachsen-Anhalt fordert Kurswechsel in Politik

04.06.2021, 10:54
Fenster eines Abbruchhauses in 
Staßfurt (Salzlandkreis).
Fenster eines Abbruchhauses in Staßfurt (Salzlandkreis). Foto: imago

Von Massimo Rogacki - Magdeburg

Die Wohnungsunternehmen in Sachsen-Anhalt kritisieren vor den anstehenden Landtags- und Bundestagswahlen die Parteien. Deren Programmatik in der Wohnungs- und Mietenpolitik würdige „die Probleme und Herausforderungen in Sachsen-Anhalt nicht ansatzweise“, heißt es vom Verband der Wohnungswirtschaft (VdW) und vom Verband der Wohnungsgenossenschaften (VdWg) Sachsen-Anhalt.

VdW-Direktor Jens Zillmann macht sich für ein neues „Stadtumbauprogramm 2030“ stark. Damit könne man Problemen wie dem zunehmenden Leerstand im Land wirkungsvoll begegnen, so Zillmann.

Nach Prognosen des Statistischen Landesamts werde Sachsen-Anhalt bis zum Jahr 2030 knapp 180 000 Einwohner verlieren. Die beiden Verbände rechnen in diesem Fall mit landesweit mehr als 160 000 leerstehenden Wohnungen.

Insolvenzwelle bei Gewerbetreibenden?

Auch seien vom Bund bereits 2019 angekündigte Förderprogramme zur Stärkung und Entwicklung des ländlichen Raums bislang nicht umgesetzt worden. Es brauche „dringlich mehr direkte Investitionszuschüsse“, wolle man das „Ausbluten des ländlichen Raums“ stoppen. Beim Breitband-Ausbau und der Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs sei Tempo geboten.

Bei ihren gewerblichen Mietern rechnen die Unternehmen der Wohnungswirtschaft nach Ende der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht mit einer Vielzahl von Pleiten. 70 Prozent der Gewerbetreibenden hätten von ihren Vermietern in der Corona-Krise Zahlungsstundungen erhalten. Die Verbände fordern, der Staat müsse den Betroffenen die Ausfälle ersetzen. Außerdem müsse die Wohnungswirtschaft „als systemrelevant“ eingestuft werden. Die Wohnungsgesellschaften und- genossenschaften trügen wesentlich zur Attraktivität der Innenstädte bei. Einen Anspruch auf Corona-Hilfszahlungen hätten sie aber nicht.