Magdeburg (vs) l Zum Rückkehrertag 2018 begrüßten am Donnerstag in mehreren Städten des Landes Fortgezogene, die über die Feiertage in ihre Heimat zu Familienbesuchen zurückkommen. Ziel der Veranstaltungen ist es, „Ausgewanderten“ die Rückkehr schmackhaft zu machen.

Um 10 Uhr öffneten sich zum Beispiel im Landratsamt Stendal die Türen. 76 ostaltmärkische Unternehmen unterbreiteten 165 Job-Angebote. Knapp 1000 Besucher zählten die Organisatoren am Ende. Eine von ihnen war Annegret Robert. Seit 25 Jahren arbeitet die Reiseverkehrsfachfrau in Braunschweig. „Ich würde gern wieder zurückkommen“, sagte sie. Bei der Jobauswahl sei sie flexibel. „Ich kann in meinem Beruf arbeiten oder auch in einer anderen Branche“, sagte die Frau aus dem Stendaler Ortsteil Borstel.

In Wernigerode war die Resonanz für die Veranstalter der ersten Ausgabe des Rückkehrertages im Harzkreis überwältigend. Mit 150 bis 200 Leuten wurde gerechnet - gekommen waren 800 Besucher. Darunter auch Nadine und Ronny Festerling. Die gebürtigen Ilsenburger leben seit zehn Jahren nicht mehr im Harz. Mit ihrer zweijährigen Tochter wohnen und arbeiten sie in Stuttgart. Seit drei Jahren planen die beiden ihre Rückkehr zur Familie, sie besitzen sogar schon ein Grundstück in der Heimat. Fehlt nur noch der passende Job.

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Jobangebote im technischen Bereich

Der Rückkehrertag mit 42 Unternehmern und 180 Stellenangeboten hat sie positiv überrascht. „Der Termin liegt ideal für uns. Die Veranstaltung ist definitiv interessant, man kommt mit vielen Leuten gut ins Gespräch“, sagt die 32-Jährige, die derzeit im Pharmamarketing arbeitet. „Leider sind die meisten konkreten Jobangebote im technischen Bereich, nur wenig im kreativen Sektor.“ Deshalb würde sie sich bei einer nächsten Ausgabe mehr „potentielle Jobs für Frauen“ wünschen.

In Zerbst informierten 15 Aussteller im Saal des Rathauses. Vom Seniorenzentrum übers Krankenhaus bis hin zu Firmen aus der Glas- und Metallbranche reichte das Spektrum. Sie warben um Fachkräfte und für den regionalen Wirtschaftsstandort. Rund 40 Besucher kamen in Zerbst zum Rückkehrertag.

Auch die Rückkehrermesse „daheimsein“ vom Salzlandkreis in Staßfurt wurde von den Unternehmen gut genutzt. 28 Firmen waren vor Ort. Mehrere hundert Besucher nutzten die Messe. So auch Anja Semmler aus Calbe. „Ich habe eine Umschulung zur Kauffrau für Büromanagement gemacht und suche ab Mitte Januar einen Job“, sagt sie. „Ich habe schon über 30 Bewerbungen weggeschickt und bevorzuge den Raum Bernburg/Staßfurt/Schönebeck.“ Sie betont, dass ihr der Salzlandkreis am Herzen liegt und sie arbeiten möchte, wo sie wohnt. „Ich habe ein Haus in Calbe und Familie. Ich wohne gerne hier. In Magdeburg ist mir zu viel Trubel.“ Als ehrgeizige Arbeitnehmerin nutzte sie auch die Rückkehrermesse in Staßfurt als Plattform.