Straßenbau

Sachsen-Anhalt erhält 115 Millionen Euro

Der Bund hat zusätzliche Mittel für Straßen in Sachsen-Anhalt bereitgestellt. Der Harz profitiert besonders.

Magdeburg l Wenn alles glatt geht, können Autofahrer aus dem Harz ab 2018 schneller nach Berlin reisen. Der Bund hat am Montag zusätzliches Geld für Straßenprojekte freigegeben, darunter 44 Millionen Euro für die Verlängerung der Bundesstraße B 6n von Köthen bis zur Autobahn 9 bei Thurland. Autofahrer aus dem Harz müssen dann nicht mehr über die A 14 und A 2 fahren, sondern können die schnellere Route über die A 9 wählen.

Der Bund hat außerdem für drei weitere Straßenprojekte in Sachsen-Anhalt Gelder bewilligt. Eutzsch bei Wittenberg und Theissen im Burgenlandkreis erhalten Ortsumgehungen. Außerdem wird für 32,7 Millionen Euro die Bundesstraße 79, die derzeit durch Harsleben und Halberstadt hindurchführt, verlegt. Die neue Trasse wird künftig westlich von Harsleben und östlich von Halberstadt verlaufen. Sie soll voraussichtlich 2019 in Betrieb gehen und dazu beitragen, die Schadstoffbelastungen vor allem in Halberstadt zu senken. Für alle vier Projekte zusammen spendiert der Bund insgesamt 115 Millionen Euro."Das ist ein guter Tag für unser Land", sagte Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) am Montag in Magdeburg. Er hatte sich beim Bund dafür eingesetzt, die vier Straßenbauprojekte voranzutreiben.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Montag insgesamt 2,7 Milliarden Euro für Verkehrsprojekte in Deutschland bewilligt. Ausgewählt wurden nach seinen Worten nur baureife Projekte, die sofort umgesetzt werden können. Das Geld stammt laut Dobrindt aus zusätzlichen Haushaltsmitteln und Maßnahmen wie der Ausweitung der Lkw-Maut um weitere Bundesstraßen und auf kleinere Lastwagen.

Die Opposition in Berlin kritisierte, dass bundesweit nur 482 Millionen Euro für die Modernisierung des Straßennetzes vorgesehen sind. Mit 1,5 Milliarden Euro werden demnach Lücken geschlossen, 700 Millionen Euro fließen in Neubauprojekte. "So bröseln unsere Brücken weiter, und die Schlaglöcher werden größer, weil man bei Neubauten als Verkehrsminister viel schöner Bänder durchschneiden kann", sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. ADAC-Vizepräsident Klaus Becker rechnete vor: "Allein in den Erhalt müssten pro Jahr 3,6 Milliarden Euro investiert werden - davon sind wir leider noch weit entfernt." Auch die Kommission unter Leitung von Ex-Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) sieht weiteren Finanzbedarf. Sie beziffert das jährliche Finanzloch für Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur auf mehr als sieben Milliarden Euro.