Magdeburg/Halle (dpa) l Handwerker und Bauwirtschaft in Sachsen-Anhalt haben an die Landesregierung appelliert, eine Ausweitung des Lockdowns auf weitere Branchen zu verhindern. Es brauche flexible Ansätze statt eines harten Lockdowns, teilten die beiden Handwerkskammern in Magdeburg und Halle am Montag gemeinsam mit. Die Baustellen müssten offen bleiben, ergänzte der Chef des Landes-Baugewerbeverbands, Giso Töpfer. "Wir können jetzt im Winter nicht einfach den Hammer fallen lassen und gehen."

Hintergrund sind die anstehenden Beratungen der Regierungschefs von Bund und Ländern, wie die Corona-Infektionslage nach monatelangen Einschränkungen wirksam auf ein kontrollierbares Maß eingedämmt werden kann. Derzeit gilt, dass bis Ende Januar das öffentliche Leben weitgehend heruntergefahren ist und viele Bereiche geschlossen sind. Andere Branchen arbeiten mit Hygienekonzepten weiter.

Die Bauwirtschaft arbeite für wichtige Bereiche wie die Krankenhäuser, die Straßeninfrastruktur sowie Kitas und Schulen, argumentierte Verbandschef Töpfer. Es sei kontraproduktiv erst dann wieder zu bauen, wenn alle anderen Bereiche wieder hochgefahren würden. Zudem müssten Baubetriebe für Notfälle wie Rohrbrüche, Sturmschäden und ähnliches bereitstehen.

Auch das Handwerk warnte davor, den Baubetrieb einzuschränken. Bisher sei dort die Lage auch für die Handwerksunternehmen nicht so dramatisch, sagte der Präsident der Handwerkskammer Magdeburg, Hagen Mauer. Ein Arbeitsverbot für die Branche würde das Geschehen stark beeinträchtigen, zugesagte Fristen für Bauprojekte seien hinfällig.

Der bestehende Lockdown bringe geschlossene Handwerksbetriebe zunehmend in Bedrängnis. Ihre finanziellen Reserven seien weitgehend aufgebraucht, so Mauer. Würden die Schließungen verlängert, werde das einige Unternehmen die Existenz kosten. In Sachsen-Anhalt gibt es den Kammern zufolge rund 27.000 Handwerksunternehmen.