Schadstoffbelastung Sanierung des LKA-Gebäudes verzögert sich
Die Mitarbeiter des Landeskriminalamtes müssen im schadstoffbelasteten Gebäude in Magdeburg abwarten, bis ein Ausweichquartier fertig ist.
Magdeburg (dpa) l Die Beschäftigten des Landeskriminalamts (LKA) müssen fast ein Jahr länger auf die Sanierung des schadstoffbelasteten Haupthauses warten als geplant. Eigentlich war der Start der Bauarbeiten von Finanzminister André Schröder und Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) für Dezember 2017 angekündigt worden. Doch zunächst muss ein Ausweichquartier in Schönebeck hergerichtet werden, wie das Finanzministerium auf Nachfrage mitteilte.
Der Umbau der ehemaligen Schifferschule solle im April beginnen und im September abgeschlossen sein. Erst danach könne die Sanierung des LKA starten. Der umfangreiche Umbau war versprochen worden, nachdem mehrere Gutachten im Mai vorigen Jahres künstliche Mineralfasern in der Luft nachgewiesen hatten, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Die Gutachter schätzten die Gefahr zwar nicht so groß ein, dass das Gebäude sofort leergezogen werden muss. Sie empfahlen jedoch eine baldige Sanierung.
Als Sofortmaßnahme seien seither die Schadstellen an der Decke durch Abkleben provisorisch beseitigt worden. Auch die Steckdosen im Haus würden durch staubdichte Varianten ersetzt, hieß es aus dem Finanzministerium.
Während der Bauarbeiten sollen gut 70 LKA-Beschäftigte in das Ausweichquartier nach Schönebeck umziehen, wie das Innenministerium mitteilte. Das ist nur ein kleiner Teil der Belegschaft. Da das Landeskriminalamt in einzelnen Abschnitten saniert werden soll, ist geplant, dass ein Großteil der mehr als 300 Mitarbeiter innerhalb des Hauses umzieht. Das gelte insbesondere auch für die Spezialisten wie die Computerexperten der Einheit 4C, hieß es.
Die Sanierung und die Arbeit an mehreren Standorten dürfte auch den alltäglichen Arbeitsaufwand erhöhen, schätzt das Innenministerium. So steige der Koordinierungsbedarf zwischen einzelnen Einheiten. Dienstpost und Arbeitsmaterial müssten zwischen der Zentrale und dem Schönebecker Ausweichquartier per Kurierfahrten ausgetauscht werden.
Wie lange die Arbeiten dauern und wie viel die Sanierung kosten wird, konnten beide Ministerien wegen noch laufender Planungen noch nicht genau beziffern. Ursprünglich waren rund zwei Millionen Euro eingeplant, wie ein Sprecher des Finanzministeriums sagte. Inzwischen gilt eine nach Experteneinschätzung eine bis zu doppelt so hohe Summe als wahrscheinlich.