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Säugling ausgesetzt: Ermittlungen gegen Mutter geprüft

Vor einer Haustür im Landkreis Harz wird ein neugeborenes Kind ausgesetzt. Stunden später kann die Polizei die Mutter ermitteln. Was genau passiert ist, bleibt aber zunächst unklar.

09.07.2019, 16:31

Osterwieck (dpa/sa) - In Osterwieck im Landkreis Harz ist ein neugeborenes Kind ausgesetzt worden. Der männliche Säugling wurde in der Nacht zum Dienstag im Hauseingang eines Mehrfamilienhauses gefunden, wie die Polizei mitteilte. Von der Mutter fehlte zunächst jede Spur. Nach einem Zeugenhinweis konnte die Polizei am Nachmittag eine 30-jährige Frau ermitteln. Nach Angaben eines Polizeisprechers ist davon auszugehen, dass die Mutter selbst das Kind ausgesetzt hat. Was genau passiert sei, sei aber noch unklar und müsse ermittelt werden.

Die Mutter sei nicht festgenommen worden, sie befinde sich auf freiem Fuß, sagte der Polizeisprecher. Wie es mit ihr weitergehe, werde erst am Mittwoch entschieden. Weitere strafrechtliche Ermittlungen gegen die 30-Jährige würden geprüft. Die Polizei hatte intensiv nach der Mutter gefahndet und um Zeugenhinweise gebeten.

Das Kind, das ein 36-jähriger Osterwiecker kurz nach Mitternacht nackt und unterkühlt entdeckt hatte, kam in ein Krankenhaus. Die Körpertemperatur des Jungen sei auf 29 Grad gesunken, es habe aber keine Lebensgefahr bestanden. Der Zustand des Säuglings ist nach Angaben der Polizei stabil. Das Kind bleibe aber zunächst in der Klinik.

Vor rund zwei Jahren hatte der Fund eines toten Babys in Weißenfels für Aufsehen gesorgt. Die Mutter konnte bis heute nicht ermittelt werden. Auch Reihengentests, für die mehrere Hundert Frauen Speicheltests abgeben mussten, brachten keinen Erfolg. Die Babyleiche war im April 2017 entdeckt worden. Bisher gehen die Ermittler davon aus, dass die Mutter aus Weißenfels stammt, weil der Platz, an dem das Baby gefunden wurde, auf Ortskenntnis schließen lässt.