Offene Schloss-Türen

Unter anderem laden diese Schlösser am Pfingstmontag zum Tag der offenen Tür ein:

Bischofsburg Burgliebenau bei Schkopau, 10–19 Uhr.

Gutshaus Krusemark, Hohenberg-Krusemark (Landkreis Stendal), 10–18 Uhr

Burg Grabow bei Möckern (Jerichower Land), 10–18 Uhr

Rittergut Briest, Tangerhütte, 10–18 Uhr.

Kloster Hedersleben im Harzkreis, 10–16 Uhr

Rittergut Hobeck, Hobeck bei Möckern, 10–18 Uhr

Rittergut Cattenstedt bei Blankenburg, 10–16 Uhr.

Burgliebenau (dpa) l Am kommenden Pfingstmontag laden ausgewählte Schlösser im Land zu einem Tag der offenen Tür ein. Ein Beispiel dafür, wie neben staatlicher Förderung auch privates Geld und Idealismus ein Baudenkmal erhalten können, zeigt die Bischofsburg bei Schkopau im Saalekreis.

Dort verbindet Matthias Prasse mit seiner Bischofsburg vor allem eins: 2400 Quadratmeter Linoleum. Jeden Fetzen hat er selbst vom Boden gekratzt und entsorgt. Die Mühe hat sich gelohnt. „Darunter waren wunderbare Dielen“, sagt der Burgherr mit der runden Brille und lächelt verschmitzt. Die Anlage in Burgliebenau bewohnen er und seine Frau Dagny seit Februar – mehr als 1000 Quadratmeter Wohnfläche. Es ist eine charmante Ruine, die das Herz des Kulturhistorikers (44) und der Verlegerin (32) erobert hat. „Ich habe die Visionen und meine Frau hat den Plan“, ergänzt er. Für den Erhalt der Anlage machen sie privates Geld locker. Immer so viel, wie gerade geht.

Am Pfingstmontag ist die Burg eine von elf Stationen beim zweiten „Tag der offenen Schlösser“, den Prasse initiiert hat. Private Schloss,- Burg- und Gutsbesitzer öffnen ihre Anwesen für Besucher (siehe Infokasten). Ums Angeben geht es dabei nicht. „Wir sollten zusammen versuchen, so viele dieser Häuser wie möglich zu retten“, sagt Prasse. „Zum Glück sind diese alten Häuser sehr leidensfähig. Sie können sehr lange auf ihren Gönner warten“, sagt der Vorsitzende des Vereins Historische Häuser und Gärten Sachsen-Anhalt.

Auf seiner Burg hat Efeu das Mauerwerk erobert und sich Hausschwamm breit gemacht. Seit vielen Jahrzehnten hat sich niemand um das Gemäuer gekümmert, das heute nicht mehr aussieht, wie man sich eine Burg so vorstellt. Es wirkt eher wie ein etwas zu groß geratenes Mehrfamilienhaus mit viel zu kleinen Fenstern.

Von der Gemeinde gekauft

Gekauft haben die Prasses ihre Burg von der Gemeinde Schkopau, die die Anlage bereits aufgegeben hatte. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Jeder einzelne Bruchstein in Burgliebenau atmet Geschichte. Draußen sind die alten Umrandungen des Küchengartens wieder zum Vorschein gekommen, drinnen gibt es nur wenig Historie, aber ganz viel Wendezeit. „Elf Wohnungen waren hier mal drin“, sagt Prasse. „Und ein Kindergarten.“ Deswegen das Linoleum. Die winzige Burgkapelle war mal ein Jugendclub.

Ihre privaten Wohnräume hat sich die dreiköpfige Familie im ehemaligen Gesindetrakt eingerichtet. Mitgebracht haben sie geerbte Möbel und jede Menge Ahnenporträts. Und wie wohnt es sich so? „Immer zu kalt und zu lange Wege“, sagt die 32-jährige Burgbesitzerin. „Ich weiß gar nicht, wie viele Türen es bis zur Toilette sind.“ Wichtig sei, sagt Dagny Prasse, dass man niemals irgendwo etwas liegenlässt. „Man findet es einfach nicht wieder.“

Obwohl noch meilenweit von einer Komplettsanierung entfernt, haben die Prasses ihr Haus von Anfang an für Besucher geöffnet. Regelmäßig gibt es Konzerte, Theater und Lesungen. „Wir haben saubergemacht und die Leute reingelassen.“ So funktioniere das in Burgliebenau.