Magdeburg/Halle l Das Elisabeth-Gymnasiums aus Halle, deren Schülergruppe am Mittwoch von einer Lawine erfasst und zum Teil verschüttet wurden, hat das Skilager in Österreich abgebrochen. Hauptgrund der vorzeitigen Abreise – geplant war das Winterlager der Elftklässer im Skigebiet Wildkogel bis Sonnabend – waren nicht zuerst die dramatischen Ereignisse selbst, sondern der um sich greifende Medienrummel, so die Schulleitung. „Uns geht es gut. Den Schülern geht es gut, aber unsere größte Sorge ist das mediale Interesse. Die Schüler werden regelrecht bedrängt, Informationen herauszugeben“, erklärte Schulleiter Hans-Michael Mingenbach der Online-Ausgabe der „Mitteldeutschen Zeitung“ am Donnerstag.

Inzwischen hat die Alpenpolizei die Ermittlungen zum dem Lawienenabgang aufgenommen, bei dem die Jugendlichen im Alter von 16 und 17 Jahren von einem Skiweg über den Pistenrand hinaus über eine Böschung mitgerissen wurden. Zwei Schüler wurden ganz, zwei zum Teil vom Schnee begraben. Eine 17-Jährige hatte sich leicht verletzt.

Die 29-jährige Lehrerin und eine weitere Schülerin hatten Glück und wurden nicht getroffen. Laut Österreichischem Rundfunk wird ermittelt, ob die Bergbahnen alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten haben, um die Pisten freigeben zu können.

Völlig unversehrt, aber auch früher als geplant, sind die Schüler des Magdeburger Sportgymnasiums von ihrem Skilager aus Inzell zurückgekehrt. „Eigentlich sollte es am Sonntag wieder zurückgehen. Am Dienstagmorgen hatte sich aber die Lage bereits zugespitzt, immer mehr Bäume und Äste sind unter der Schneelast gebrochen. Da haben wir in einer Krisensitzung beschlossen, das Ganze aufgrund der Gefahrenlage abzubrechen“, sagte Skilager-Organisator Nils Reckenbeil der Volksstimme.

Nach Informationen des Bildungsministeriums hat auch das Nobertusgymnasium Magdeburg sein traditionelles Skilager vorzeitig beendet. Sprecher Stefan Thurmann erklärte, dass Sachsen-Anhalts Schulen jährlich rund 100 Skikurse organisieren. Dabei handele es sich um keinen obligatorischen Sportunterricht. „Die Schüler haben die Wahl. Wenn ein Kurs durchgeführt werden soll, muss zunächst die Gesamtkonferenz der Schule entscheiden und die Eltern ihre Zustimmung geben.“

In Inzell geblieben sind indes die 41 Schüler der 9. Klasse des ECOLE-Gymnasiums in Barleben. Carsten Conradi, stellvertretender Schulleiter, erklärte dazu: „Ich habe die Information, dass alles nach Plan läuft. Die Lage ist entspannt, die Leute dort vor Ort haben alles im Griff.“