Seeland l Mit Witzen über Männer und Frauen hat er Stadien gefüllt, als TV-Produzent berichtet Mario Barth über Fälle von Steuerverschwendung. Am Mittwoch geht es in der RTL-Show „Mario Barth deckt auf“ um ein Beispiel aus Sachsen-Anhalt.

Fahrt an zwei Schulen vorbei

Gezeigt werden Grundschüler aus den Dörfern Schadeleben und Friedrichsaue, die vom kommenden Schuljahr an mit dem Bus in die Grundschule Hoym gefahren werden sollen. Das Skurrile daran: Auf ihrer Fahrt passieren sie zwei weitere Grundschulen, Gatersleben und Nachterstedt. Den Unterricht dort besuchen dürfen sie aber nicht.

So hat es der Stadtrat von Seeland beschlossen, zu dem alle Orte gehören. Ziel ist die Rettung der Grundschule im Prinzenhaus von Hoym, einem liebevoll restaurierten Bau aus dem Jahr 1721. Das Problem: Derzeit hat die Schule nur 54 Schüler. Das Landesschulamt hat bereits die Schließung angedroht, sollte sie nicht auf 60 kommen.

Die Kinder sollen Hoyms Schule retten

Kinder, die nördlich des Concordia-Sees wohnen, sollen die südlich des Sees gelegene Schule retten. „Steuerverschwendung“ nennt Barths Sendung die tägliche Fahrt mit dem Schulbus. Die Entscheidung sei zudem über die Köpfe der Eltern und Schüler „und sogar einiger Stadträte“ gefallen.

Seelands parteilose Bürgermeisterin Heidrun Meyer bestreitet das. „Ich widerspreche vehement, dass hier Steuergelder verschwendet werden“, sagt sie. Der Stadtrat habe einstimmig entschieden, alle drei Grundschulen zu erhalten.

Um das zu erreichen, stimmte er mehrheitlich der Errichtung von Schuleinzugsbezirken zu, also der Verschickung der Schüler um den See herum. Meyer will nun die Barth-Sendung abwarten – und behält sich rechtliche Schritte vor. Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Komiker mit der Hoymer Schule befasst. Vor einem Jahr forderte er in seiner Sendung vehement deren Erhaltung. Sein Argument damals: Eine Schließung wäre Steuerverschwendung.