Halle l Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby hat eine Morddrohung erhalten. Die E-Mail kam offensichtlich von Rechtsextremen. Die Betreffzeile lautet: „Die Erlösung des Negers Karamba Diaby.“ Die Verfasser bezeichnen sich als „Musiker des Staatsstreichorchesters“. Die E-Mail, die in Kopie auch an mehrere Medien ging, ist unterzeichnet mit den Worten „Sieg Heil und Heil Hitler“. Diaby wird damit gedroht, dass ihn das gleiche Schicksal wie den ermordeten Politiker Walter Lübcke ereilen wird. „Dieses Jahr wird es  dich erwischen“, steht in der E-Mail. Und: „Wir wissen was, was ihr nicht wisst, und zwar welche Politiker als nächstes sterben werden und wann, da wir an der Planung deren  Auslöschung beteiligt sind.“ Es werde „Politiker aller Parteien und Ebenen und Journalisten der Lügenpresse treffen“.

Das Bundeskriminalamt ist eingeschaltet. Nach Volksstimme-Informationen wird eine Gefährdungsanalyse erstellt. Konkrete Schutzmaßnahmen werden erörtert. Dem Vernehmen nach wird die E-Mail sehr ernst genommen. Ermittler gehen davon aus, dass das Leben Diabys bedroht ist.

Karamba Diaby sagte am Donnerstag der Volksstimme, dass er das Schreiben sehr ernst nehme, sich aber nicht einschüchtern lasse. „Ich nehme alle meine Termine war und habe vollstes Vertrauen in die Sicherheitsbehörde“, erlärte er. Er habe noch am Mittwochabend mit dem Polizeichef von Halle telefoniert, und dieser habe umgehend Schutzmaßnahmen eingeleitet. Diaby wertete die E-Mail als „eine Eskalation und neue Stufe“. Erst in der vorigen Woche waren in Halle Schüsse auf das Bürgerbüro Diabys abgegeben worden. Der Angriff auf das Büro des im Senegal geborenen Mannes hatte bundesweit Entsetzen und Bestürzung ausgelöst.

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Zuletzt hatte es auch eine Morddrohung gegen eine SPD-Kommunalpolitikerin aus Haldensleben gegeben. Sie hatte in ihrem Briefkasten eine Zeichnung mit einer Person am Galgenstrick gefunden. Die Polizei hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung eingeleitet.