Halle (dpa) l Noch immer nutzen nur wenige Frauen in Sachsen-Anhalt das Angebot der vertraulichen Geburt. 2017 brachten fünf Mütter ihre Kinder auf diese Art zu Welt, wie eine Sprecherin des Landesverwaltungsamtes mitteilte. Damit sei diese Option aber von Frauen besser angenommen worden als in den Vorjahren. 2015 hatte das Landesverwaltungsamt den Angaben zufolge 2015 eine, 2016 gar keine vertrauliche Geburt registriert.

Laut Bundesfamilienministerium sollen mit dem Angebot Frauen ihre Kinder anonym und medizinisch sicher zur Welt bringen können. "Während und nach der Schwangerschaft werden sie von Schwangerschaftsberatungsstellen vertraulich beraten, betreut und begleitet", hieß es. In ganz Deutschland seien im vergangenen Jahr 120 vertrauliche Geburten gezählt worden, teilte ein Sprecher mit.

Angebot seit Mai 2014

Seit Mai 2014 können Mütter, die ihr Kind nicht behalten wollen, in Deutschland bei der Entbindung zunächst anonym bleiben. Im Unterschied zur illegalen, aber geduldeten anonymen Geburt stimmt die Frau bei einer vertraulichen Geburt zu, dass das Kind mit 16 Jahren die Identität der Mutter erfahren darf. In Sachsen-Anhalt wurden laut Landesverwaltungsamt im vergangenen Jahr drei anonyme Geburten registriert.

Eine weitere Möglichkeit ist die Babyklappe. "Eine statistische Erfassung aller in Babyklappen abgelegten Kinder erfolgt nicht", so die Sprecherin. Allerdings seien mindestens zwei Fälle aus dem vergangenen Jahr bekannt.

Zum Angebot vertraulicher Geburten geht es hier.