Magdeburg l Das Verfahren um einen abgestürzten Notbalkon einer Feuerleiter in Magdeburg wird eingestellt. „Die Eröffnung eines Gerichtsverfahrens wurde aus rechtlichen Gründen abgelehnt“, teilte Evelyn Majstrak, Richterin am Amtsgericht Magdeburg, der Volksstimme mit.

Der Fall hatte im März vergangenen Jahres landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Zwei junge Männer aus Magdeburg und eine Frau aus Dresden wurden bei dem 14-Meter-Sturz teilweise lebensgefährlich verletzt. Das Eisengestell hatte sich aus der Verankerung gelöst. Laut Ermittlern hielten sich die Freunde gleichzeitig auf der Plattform auf, vermutlich, um sich zu sonnen. Der Sturz wurde durch im Hof geparkte Autos, auf denen die Plattform landete, abgefedert.

Ermittelt wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung und Baugefährdung im Raum. „Die Tat ist verjährt“, sagte Richterin Majstrak. Der Notbalkon an dem Mehrfamilienhaus wurde 1994 angebracht und 1995 abgenommen. Die Aufbewahrungsfrist für die Bauunterlagen sei abgelaufen. Mit der Entscheidung, dass die Tat – hier eine unbewusst fahrlässige Körperverletzung – bereits verjährt ist und damit nicht mehr geahndet werden kann, folgte das Amtsgericht entsprechenden Urteilen des Bundesgerichtshofes.