Magdeburg l Trotz wochenlanger coronabedingter Schulschließungen sind die Prüfungsergebnisse der Zehntklässler an Sachsen-Anhalts Sekundarschulen nicht schlechter ausgefallen als in den Vorjahren. Das geht aus einer Auswertung des Bildungsministeriums hervor, die der Volksstimme vorliegt.

In den Prüfungs-Fächern Mathematik und Englisch haben sich die Abschlussnoten gar verbessert. In Mathe lag der Durchschnitt bei 3,41 (2019: 3,45), in Englisch bei 3,12 (2019: 3,15). Nur in Deutsch fiel der Notenschnitt auf 3,33 (2019:3,22).

Wegen der Corona-Pandemie fanden die Prüfungen für die 8000 Absolventen der rund 170 Sekundar- und Gemeinschaftsschulen in diesem Schuljahr unter erschwerten Bedingungen statt. Ab 13. März waren alle Schulen geschlossen, ab 23. April fand zunächst nur für Absolventen prüfungsvorbereitender Unterricht statt. Der Start der schriftlichen Prüfungen wurde vom 20. April auf den 11. Mai verschoben.

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) dankte Lehrern und Schülern für die Anstrengungen in der Corona-Krise: „Das war für alle Beteiligten keine einfache Situation.“ Es habe sich aber gezeigt, dass man mit dem prüfungsvorbereitenden Unterricht nur für Abschlussklassen den richtigen Weg gegangen sei. „So konnten die Ausfälle aufgrund der Schulschließungen nach Kräften kompensiert werden“, ergänzte er.

Schulverband blickt mit Sorge auf 2021

Claudia Diepenbrock, Chefin des Landes-Sekundarschulverbands, sagte zu den Ergebnissen: „Man darf nicht vergessen, dass die Schüler die ganze Zeit vor der Corona-Pandemie auf die Abschlussprüfungen hingearbeitet haben. Absolventen, die sich während der Schulschließungen fokussiert auf die Prüfungen vorbereitet haben, dürften daher ohnehin nicht so sehr durch die Krise betroffen gewesen sein.“

Anders könne das im nächsten Schuljahr aussehen, insbesondere, wenn weitere Schulschließungen erforderlich sein sollten. „Da mache ich mir schon eher Sorgen“, sagte Diepenbrock.

Die Ergebnisse der Prüfungen der landesweit rund 6400 Abiturienten werden Mitte Juli erwartet.