Magdeburg l Sachsen-Anhalts Innenministerium geht nach den Ereignissen in Straßburg am Dienstag „nach wie vor von einer hohen abstrakten Gefährdung durch den islamistischen Terror aus". Es gebe aber keine Erkenntnisse zu konkreten Anschlagsplänen, hieß es weiter.

Dennoch sei „eine weitere Sensibilisierung der Landespolizei gleich nach dem Bekanntwerden der Geschehnisse“ erfolgt. Zudem hätten alle Polizeibehörden des Landes die Wachsamkeit erhöht. Darüber hinaus wollen sich die Länder und der Bund zu dem Thema weiter abstimmen.

Die Weihnachtsmarktbetreiber der Region haben vorerst keine weitergehenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Magdeburg: „Grundsätzlich bleiben die Vorkehrungen sehr hoch“, sagt der Geschäftsführer der Magdeburger Weihnachtsmarkt GmbH Paul Stieger. Mehr als 50 grün-rote Betonpoller sollen Angriffe mit Lkw abwehren. Zudem gebe es eine zentrale Lautsprecheranlage mit vorgesprochenen Bandansagen für den Ernstfall. Eingerichtete Sammelpunkte sollen eine rasche Evakuierung gewährleisten. Außerdem laufen Polizei und Ordnungsamt Doppelstreife. Die Händler und Sicherheitskräfte können sich über digitalen Funk verständigen.

Halle: Die rund 120 Verkaufsstände in Halle werden mit einem weiterentwickelten Sicherheitskonzept von Polizei und Ordnungsamt geschützt. Diese sehen auch Betonpoller ähnlich wie in Magdeburg vor.

Stendal: Auch Stendal plant vorerst keine weiteren Verschärfungen nach dem Anschlag in Straßburg. Polizei und Ordnungsamt werden wie geplant verstärkt auf Streife sein, um für die Sicherheit zu sorgen. Fahrzeugsperren könnten kurzfristig beschafft werden, sollte sich die Einschätzung der Gefährdungslage plötzlich verschlechtern.

Salzwedel: Zum dortigen Weihnachtsmarkt sind sechs mit Tannen geschmückte Container an den Eingangsbereichen ausgestellt worden.

Burg/Genthin: Dort steht nur noch der Weihnachtsmarkt am Wasserturm (etwa 2500 Besucher) an. Mitorganisatorin Kerstin Auerbach: „Wir haben einen Sicherheitsdienst am Eingang. Die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma werden dort auch Taschenkontrollen vornehmen.“ Dies sei aber schon vorher geplant gewesen.

In Genthin werden vom 21. bis 23. Dezember zum Weihnachtsmarkt von den Schaustellern Ordner eingesetzt. Die Polizei wird an allen Tagen anwesend sein, hieß es.

Halberstadt/Wernigerode: In Halberstadt gibt es keine zusätzlichen Poller, außer denen, die ohnehin die Fußgängerzone absperren. Ähnlich ist es auch in Wernigerode.

Quedlinburg: Zum Weihnachtsmarkt in Quedlinburg sind im Bereich des Mathildenbrunnens Betonelemente aufgestellt worden. Diese wurden aber in den Markt als Sitz- und Abstellmöglichkeiten integriert und mit Tannengrün verziert.

Deutschland: Auch in Großstädten wie Leipzig, Berlin und Rostock wurden Schnellwarn-Systeme und Lkw-Absicherungen aufgebaut. So gibt es am Breitscheidplatz in Berlin Sand-Gitterboxen, mobile Schwerlast-Poller und Betonwände.