Magdeburg l Gab es am 1. Januar 2019 Jahres 5822 Polizisten im Land, waren es am 1. Juli 2019 zehn mehr. Eine kleine Zahl, aber zum ersten Mal seit 2011 ging die Personalstärke nach oben, und sie soll innerhalb der nächsten drei Jahre weiter steigen – um 668. Zum ersten Mal gab es 2019 mehr Absolventen der Fachhochschule Polizei, die in den Dienst übernommen wurden, als Beamte, die in den Ruhestand gingen. Zur Trendwende gehöre auch, dass mit 550 Anwärtern mehr eingestellt wurden – 50 mehr als geplant, so das Innenministerium. Das angestrebte Ziel seien 7000 Vollzugsbeamten.

Allerdings gibt es noch eine Hürde, was die Zahl der künftigen Anwärtereinstellungen betrifft: Den Landeshaushalt, der noch beraten werden muss. Doch erklärtes Ziel sei es laut Innenministerium, den sogenannten Einstellungskorridor so festzulegen, dass die Zahl der Polizisten, die in den Ruhestand gehen, nicht nur kompensiert, sondern übertroffen wird.

350 Anwärter

Um das Ziel 7000 Vollzugsbeamten zu erreichen, müssen im nächsten Jahr 450, 2021 und 2022 jeweils mindestens 350 Anwärter eingestellt werden. Die bisherigen Bewerberzahlen seien ausreichend, um entsprechend viel Neupolizisten einstellen zu können. Das Innenministerium geht auch davon aus, dass das auch im Jahr 2020 so sein wird.

Uwe Bachmann, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei sagt, dass die Personalzahl „auf dem Wege der Besserung ist“. Die „Bewegung gehe nach Jahren des Schrumpfens „deutlich nach oben“. Allerdings sei das kein Grund zum Ausruhen. „Die Zahl 7000 steht und die Gewerkschaft wird ein wachsames Auge darauf haben, dass sie nicht zurückgefahren wird.“

Stefan Perlbachbach, Erster Stellvertreter des Landesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, sieht keinen Aufwuchs. „Frühestens in zwei Jahre wird sich die Lage wohl etwas entspannt haben. Aber nur, wenn der Einstellungskorridor von 550 Anwärtern pro Jahr wirklich eingehalten wird. Und das bis 2025.“ Schlecht sieht es mit der Wachpolizei aus, die die Polizeibamten unterstützen sollen. Es sind lediglich 22 in Dienst – geplant waren 100. Bei der letzten Ausschreibung zum 1. September konnten von 75 Plätzen nur 13 besetzt werden.