Sparkassen-Skandal Skandal hinter dem Skandal
Der Rechtsstaat gelangt beim Stendaler Sparkassen-Skandal an seine Grenzen.
Die Vorwürfe wiegen schwer und der Skandal war groß. Dieter Burmeister hat die Stendaler Sparkasse über Jahre hinweg wie ein Sonnenkönig geführt. Das ist unbestritten. Keine Zweifel gibt es auch daran, dass fünf Dienstwagen in drei Jahren ebenso unangemessen sind wie ein 80.000 Euro teurer Weinkeller, für den es keine wirklich Nutzung gab. Dass ein eigentlich strenges Kontrollsystem letztlich nicht funktionierte und bisweilen systematisch ausgehebelt wurde, lässt sich auch nicht bestreiten.
Doch der Rechtsstaat geriet bei der Aufarbeitung sehr schnell an seine Grenzen. Da ist zum einen eine überlastete Justiz des Landes, die für unerträglich lange Verfahren sorgte. Da sind aber auch fehlende Kontrolle und bisweilen fehlender Wille bei den mit lokalen Eliten besetzten Aufsichtsgremien. Deren zu langes Wegschauen hat den Skandal erst möglich gemacht – und jetzt offenbar auch noch für eine Verjährung von Verfehlungen gesorgt. Über einen Vertrauensverlust darf sich da keiner wundern.