Magdeburg l Der langjährige Verbandsdirektor der sachsen-anhaltischen Wohnungswirtschaft, Jost Riecke, ist aus der sachsen-anhaltischen SPD ausgetreten. Das bestätigte er der Volksstimme.

Riecke war seit 1994 SPD-Mitglied. 21 Jahre – bis Ende 2018 – war der Jurist Chef der Wohnungswirtschaft im Land und zeitweise als Verkehrsminister im Gespräch.

Zuletzt hatte Riecke die landespolitische Bühne betreten und sich um den Parteivorsitz der sachsen-anhaltischen SPD beworben. Auf dem „Männerplatz“ kam er in die Stichwahl. Nach einer Mitgliederbefragung setzte sich im Januar der Landtagsabgeordnete Andreas Schmidt mit 55,3 Prozent (752 Stimmen) zu 40,4 Prozent (550 Stimmen) durch. Für Riecke war das ein überraschend gutes Ergebnis.

Riecke sagte, die Erfahrungen der letzten Monate hätten ihn zum Parteiaustritt veranlasst: „Offensichtlich war eine konkrete Mitarbeit von mir nicht gewünscht.“ In seiner Bewerbung um den Landesvorsitz hatte er zum Beispiel kritisiert, dass die SPD in der Fläche nicht mehr ausreichend präsent und im ländlichen Raum kaum mehr kampagnenfähig sei. Die SPD befinde sich in einer „existenziellen Krise“. Seit Jahren werde von Erneuerung und Neuanfang gesprochen: „Aber passiert ist fast nichts.“ Er betonte, die Sozialdemokraten hätten kein eigenständiges Profil mit klaren politischen Positionen. „Die SPD droht zerrieben zu werden zwischen polarisierenden politischen Blöcken und in nicht gewollten Koalitionen“, sagte Riecke.