Magdeburg (dpa) l Das Sozialministerium will das Angebot von Apps, die Flüchtlingen den Alltag erleichtern sollen, ausweiten. Eine Anwendung zum Aufenthalt in der Landeserstaufnahmeeinrichtung (Zast) in Halberstadt wurde bereits rund 2400 Mal heruntergeladen. Die Resonanz auf das Anfang 2017 gestartete Pilotprojekt sei sehr zufriedenstellend, teilte das Ministerium auf Anfrage mit.

Künftig soll deshalb auch ein ausführlicherer Leitfaden zur Orientierung im Alltag als App angeboten werden. Wie genau das inhaltlich und technisch umgesetzt wird, werde derzeit mit der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt abgestimmt, die das Projekt umsetzen soll. Die Print-Broschüre "Gut ankommen vor Ort. Info-Guide für Geflüchtete in Sachsen-Anhalt" gibt es in neun Sprachen, darunter Arabisch, Farsi und Paschtu.

In der Broschüre werden Themen wie Gesundheit, Wohnen, Spracherwerb und Unterstützungsmöglichkeiten behandelt. Flüchtlinge erfahren beispielsweise, wohin sie sich bei medizinischen Notfällen wenden können und wie der Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingen kann. Zudem informiert der Leitfaden über die Schulpflicht für Minderjährige und die rechtlichen Grundlagen des Zusammenlebens in Deutschland. Die Broschüre umfasst mehr als 60 Seiten und enthält auch sogenannte QR-Codes, durch die sich mit dem Smartphone weitergehende Informationen abrufen lassen.

Deutlich weniger umfangreich ist der Leitfaden für die Erstaufnahme, der bereits als App verfügbar ist. Auf wenigen Seiten beschreiben kurze Texte und farbige Piktogramme Ankunft und Ablauf des Aufenthalts in der Unterkunft. Die übersichtliche Bündelung aller relevanten Informationen sei von vielen Nutzern gelobt worden, hieß es aus dem Sozialministerium. Der Leitfaden knüpft an eine 2015 erschienene Broschüre mit dem Titel "Ankommen und mehr" an. Die App könne auch bei Verständigungsschwierigkeiten helfen, da sich beim Lesen einfach zwischen den verschiedenen Sprachen wechseln lasse.