Haben Sie mit diesem klaren Ergebnis gerechnet?
Tina Rosner: Der Parteivorstand hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um für eine GroKo zu werben. Da war es für uns schwierig, unsere Position durchzusetzen. Allerdings: Diesmal gab es deutlich mehr Neinstimmen als bei dem vorangegangenen Mitgliedervotum zur Frage einer Großen Koalition. In der SPD haben viele auch weiter eine kritische Haltung zu einer Koalition mit der Union.

Wie enttäuscht sind Sie jetzt?
Es hat einen langen und intensiven Diskussionsprozess gegeben. Die Debatten verliefen hart in der Sache, im Ton aber sehr respektvoll. Da hat die SPD einen Schritt nach vorn gemacht. Natürlich sind wir über das Ergebnis enttäuscht. Am Ende eines solchen Prozesses kann man aber auch mal verlieren.

Wie werden die Jusos die Neuauflage der GroKo begleiten?
Wir werden sehr, sehr wachsam sein. Ganz klar ist: Die SPD muss jetzt liefen. Ein Weiter-so darf es in der GroKo nicht geben. Und: Die vielen Neumitglieder müssen in die Parteiarbeit eingebunden werden.

In den nächsten Tagen wird die SPD ihre Minister und Staatssekretäre benennen. Was sind Ihre Vorstellungen?
Das Entscheidende ist die inhaltliche Arbeit. Ansonsten kommt es darauf an, ein gutes Team aus bewährten und neuen Politikern, aus Frauen und aus Männern zusammenzustellen.