Magdeburg (dpa/js) l Katja Pähle zieht für die SPD als Spitzenkandidatin in den Landtagswahlkampf. Auf einem Parteitag am Samstag stimmten 89 der 102 Delegierten für die Chefin der SPD-Landtagsfraktion, das entspricht einer Zustimmung von 87,3 Prozent. Zwölf Delegierte stimmten mit Nein, einer enthielt sich. Die Wahl galt als sicher, im Sommer vorigen Jahres hatte sich Pähle in einer Mitgliedbefragung zur Spitzenkandidatur durchgesetzt. "Lasst uns einen verdammt geilen Wahlkampf machen", rief Pähle den Delegierten nach der Wahl zu.

In ihrer Bewerbungsrede hatte sie hauptsächlich die CDU angegriffen. "Wir fordern die CDU heraus", sagte Pähle mehrfach. Und – unter großem Applaus: "Ich fordere Reiner Haseloff heraus!". Die CDU hatte bei der Landtagswahl 2016 knapp dreimal so viele Stimmen bekommen wie die Sozialdemokraten. Der Ministerpräsident habe in den vergangenen Jahren Führungsstärke vermissen lassen, sagte Pähle. Das habe sich etwa im Streit um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk oder bei Avancen einiger CDU-Politiker in Richtung AfD gezeigt.

Überhaupt zeige die CDU, die ihre Landesliste zeitgleich in Dessau-Roßlau aufstellte, immer wieder eine "nach rechts offene Flanke", kritisierte Pähle. Dem Koalitionspartner warf sie außerdem eine "Bildungspolitik aus dem letzten Jahrhundert" vor. Die CDU-Minister hätten in der schwarz-rot-grünen Landesregierung kaum etwas geleistet. Die SPD-Kabinettsmitglieder, Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne und Wirtschaftsminister Armin Willingmann, seien hingegen "die Leistungsträger" in der Koalition.