Stendal/Eisleben (dpa) l In zwei Stichwahlen werden am Sonntag der künftigte Landrat für den Landkreis Stendal und das neue Stadtoberhaupt für Eisleben bestimmt. Im größten Landkreis Sachsen-Anhalts wird sich klären, ob Amtsinhaber Carsten Wulfänger (CDU) im Amt bleibt oder sich Patrick Puhlmann (SPD) gegen ihn durchsetzt. Puhlmann, der von der Linken, Grünen und SPD unterstützt wird, hatte im ersten Wahlgang vor knapp drei Wochen 46,9 Prozent der Stimmen auf sich vereint, Wulfänger 32,5 Prozent. AfD-Kandidat Arno Bausemer brachte es auf 20,6 Prozent. Im Landkreis Stendal sind rund 95.000 Menschen zur Wahl aufgerufen.

In Eisleben können die rund 20.000 Wahlberechtigten zwischen dem parteilosen Kandidaten und Finanzwirt Carsten Staub und der Linken-Kandidatin Kathrin Gantz, Beamtin in der Stadtverwaltung, entscheiden. Staub erreichte im ersten Wahlgang 45,1 Prozent, Gantz 32 Prozent. Insgesamt vier Kandidaten hatten sich zur Wahl gestellt. Keiner hatte mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können.

Die langjährige Oberbürgermeisterin der Stadt mit rund 23.000 Einwohnern, Jutta Fischer (SPD), hatte sich aus Altersgründen nicht mehr um das Amt beworben. Angesichts der gesunkenen Einwohnerzahl hat Eisleben nunmehr einen Bürgermeister und keinen Oberbürgermeister mehr gewählt.

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Stendals Landrat Carsten Wulfänger kam vor sieben Jahren nach einer äußerst knapp gewonnenen Stichwahl ins Amt. Er hatte nur 69 Stimmen Vorsprung vor seinem SPD-Konkurrenten. Die Wahlbeteiligung hatte bei nur rund 16 Prozent gelegen. Wulfänger musste sich kurz nach seinem Amtsantritt als Krisenmanager beweisen – im Sommer 2013 setzte das Hochwasser an Elbe und Havel große Teile des Kreises unter Wasser. Bis heute beschäftigt die Landratswahl 2012 aber auch die Justiz. 2017 hatte die Staatsanwaltschaft Stendal Ermittlungen wegen des Verdachts der Wahl- und Urkundenfälschung aufgenommen. Die Ermittlungen laufen noch. Die Landratswahl war in den Fokus gerückt, nachdem klar war, dass bei der Kommunalwahl 2014 Hunderte Briefwahlstimmen gefälscht worden waren. Ein ehemaliger CDU-Stadtrat wurde deshalb vom Landgericht Stendal zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Ein Untersuchungsausschuss im Landtag zur Briefwahlaffäre geht auch der Landratswahl nach.