Magdeburg l Während die deutsche Rockband „AnnenMayKantereit“ aus den Lautsprechern bei der Willkommensveranstaltung für die Erstsemesterstudenten in der Festung Mark tönt, nippen einige Jugendliche an ihrer Brause, andere fummeln an dem Eintrittbändchen an ihrem Handgelenk herum, wieder andere versuchen vergebens, Tickets für die Erstsemester-Party am Abend zu ergattern. Sie alle sind gekommen, um sich in das verheißungsvolle Studentenleben zu stürzen.

Über 3000 Studienanfänger in den Bachelor- und Masterstudiengängen erwartet die Uni in diesem Semester. „Die Zahl ist leicht rückläufig", sagt der Rektor Jens Strackeljan. Im vergangenen Jahr begannen etwa 3500 Erstsemester. Er führt es darauf zurück, dass einige niedersächsische Unis ihre Kapazitäten erweitert haben, Berlin ein attraktiver Studienort ist und das Interesse von Abiturienten an technischen Studiengängen abnimmt.

Josephine Melle (20) und Ruth Knüppel (18) – die Firmenchefs der Zukunft – sind auch in die Festung Mark gekommen. Für das Studienfach Internationales Management haben sie sich eingeschrieben. Ruth ist von Kassel in eine Ein-Zimmerwohnung nach Olvenstedt gezogen. Sie wollte unbedingt etwas „Internationales“ studieren, hat Verwandte in Abu Dhabi und will möglichst viel von der Welt sehen. Magdeburg ist schön und die Mieten sind billig, sagt sie. Die Antwort auf die Frage, was Ruth Knüppel und Josephine Melle werden wollen ist so kurz wie ambitioniert: „Vorstand“. Anders als Ruth war Josephine klar, dass sie an der Uni studieren will, die nur 40 Kilometer von ihrer Heimatstadt Zerbst entfernt liegt. Das in die Ferne schweifen überlässt sie lieber ihrer Kommilitonin. Studenten wie Josephine bilden die Basis der Studenten an der Otto-von-Guericke-Uni: Knapp 40 Prozent sind Landeskinder.

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Viele Erstis mussten draußen bleiben

Die nächstgrößten Gruppen bilden Studenten aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Berlin. Aileen König (18) ist „total positiv überrascht“ von Magdeburg. Sie zog aus Hannover nach Magdeburg, um Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Dass sie keine Freikarte für die Erstsemester-Party abbekam, enttäuschte die Studentin. Diese wurden fälschlicherweise nicht nur an Erstis verteilt, sondern auch an andere Studenten, so dass viele Studienanfänger draußen bleiben mussten.

Badr Lairine (21) gehört zu der Gruppe der internationalen Studenten. Die machen mittlerweile einen Anteil von 17 Prozent an der Uni aus. Badr kam vor fünf Tagen mit einem Koffer aus Marokko nach Magdeburg, will Medizintechnik studieren, weil ihm Maschinen mehr interessieren als Menschen. Er vermisst das Essen und seine Familie in der Heimat, sagt er.

Auch die Hochschule Magdeburg-Stendal begrüßte ihre über 1300 neuen Studenten. Gut 900 von ihnen studieren in Magdeburg. Eine große Zuckertüte packte Rektorin Anne Lequy am Mittwoch im Elbauenpark aus.