Halle/Magdeburg (dpa/jl) l Rund 1000 Lehrkräfte aus Sachsen-Anhalt sind nach Gewerkschaftsangaben in Halle für mehr Geld auf die Straße gegangen. An Schulen in der Stadt und drei Landkreisen kam es am Mittwoch zu ganztägigen Warnstreiks, wie eine Gewerkschaftssprecherin sagte. Weitere Aktionen sollen am Donnerstag folgen. Damit wollen die Gewerkschaften nach eigenen Angaben ihren Druck auf die Arbeitgeber im Tarifstreit im öffentlichen Dienst der Länder erhöhen. Die Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaften (GEW) und Verdi fordern für Lehrkräfte sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro im Monat. Die Arbeitgeber lehnen dies als überzogen ab.

Auf dem Marktplatz machten die Demonstranten ihrem Unmut Luft. Wie die Landesvorsitzende der GEW, Eva Gerth, sagte, sind Pädagogen angesichts des Lehrermangels in Sachsen-Anhalt zusätzlich zu ihrem Beruf durch Überstunden belastet. "Wenn man Fachkräfte halten und neue Lehrer gewinnen will, dann muss man sie gut bezahlen", sagte sie an die Adresse der Arbeitgeber.

Auch der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat in Halle zu den Demonstranten gesprochen. Die GdP-Demonstranten unterstützten die Forderung nach einer allgemeinen Gehaltssteigerung sowie Erhöhung der Ausbildungsvergütung.

Verdi und GEW hatten die Lehrkräfte im Landessüden zu den ersten ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Schulleiter wurden aufgefordert, bei Unterrichtsausfällen für die Betreuung der Schüler zu sorgen. Die Tarifverhandlungen sollen am 28. Februar in Potsdam weitergehen.