Halle (dpa) l Ziel sei es, mit der Technik künftig in Not geratene Menschen schneller als bisher orten und wieder an die Wasseroberfläche bringen zu können, erklärte ein Sprecher des Wasserrettungsdienstes des Deutschen Rotens Kreuzes (DRK). Der Roboter arbeite mit optischen und akustischen Sensoren. Das Gerät wurde den Angaben zufolge am Fraunhofer Institut für angewandte Systemtechnik in Ilmenau (Thüringen) entwickelt. In Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Jahr 2019 mindestens 417 Menschen ertrunken.

Das Fraunhofer Institut für Angewandte Systemtechnik erforscht nach eigen Angaben seit vielen Jahren sogenannte submaritime Technologien. "Eine echte Herausforderung war die Konstruktion der Auftriebs- und Stabilisierungssysteme. Schließlich soll die gerettete Person schnell und sicher transportiert werden", erklärte ein Sprecher der Ilmenauer Forschungsgruppe. Mit Hilfe der Sonarnavigation soll dies auch dann funktionieren, wenn die Sicht unter Wasser extrem schlecht sei.

Bis zur Produktion eines Wasserrettungsroboters in Serie werde aber noch einige Zeit vergehen, erklärte der Sprecher des Instituts. Etwa ein Jahr Entwicklungsarbeit sei noch erforderlich, um den Prototypen fertigzustellen. Mit praktischen Erfahrungen unterstützt werde das Technologieprojekt von den Wasserrettern aus Halle. Es werde dabei an zwei Versionen geforscht – an einem kleinen Rettungsroboter für Schwimmhallen und einem großen Roboter für Gewässer wie etwa Seen.

Den Angaben zufolge wird die Entwicklung des Tauchrettungsroboters vom Bundeswirtschaftsministerium mit rund 200.000 Euro unterstützt. Sven Thomas, Vorstandsvorsitzender des DRK-Wasserrettungsdienstes Halle, erklärte, er sei überzeugt davon, dass in zehn Jahren ein autonomer Wasserretter für mehr Sicherheit in Schwimmhallen sorgen könne.