Halle (dpa) l Im vergangenen Jahr sind in Sachsen-Anhalt 120 Beißattacken von Hunden registriert worden. Das waren drei mehr als im Jahr 2018, wie das Landesverwaltungsamt auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur in Halle mitteilte. In 71 Fällen seien im vergangenen Jahr Menschen gebissen worden, 40 Mal Hunde und 9 Mal andere Tiere. Fünf Hunde starben dabei sowie neun andere Tiere. Menschen seien nicht tödlich verletzt worden.

Unterdessen steigt die Zahl der registrierten Hunde im Land kontinuierlich. 2014 waren es noch rund 63.100, 2018 etwa 117.200 und im vergangenen Jahr fast 131.100 Vierbeiner.

Der Präsident der Tierärztekammer Sachsen-Anhalt, Klaus Kutschmann, betonte: "Jede Beißattacke ist natürlich eine zu viel. Aber solange Mensch und Tier zusammenleben, sind Unfälle mit Tieren nicht auszuschließen." Wichtig sei, dass die Besitzer ihre Hunde erziehen, mit ihnen zur Hundeschule gehen. Es sei aber nicht immer der "Beißer" die alleinige Ursache. "Man muss auch im Einzelfall hinterfragen, welche Verantwortung der Gebissene trägt."

Wichtig ist Kutschmann zudem der Blick auf den Umgang mit Tieren insgesamt. Er wünsche sich, dass Kindern im frühen Biologieunterricht vermittelt wird, wie sie mit Haustieren richtig umgehen. Das betreffe nicht nur Hunde, sondern reiche bis zum Meerschweinchen.

Die meisten Beißattacken gingen 2019 von Deutschen Schäferhunden und den Unterarten aus. Insgesamt wurden laut dem Landesverwaltungsamt 21 Vorfälle registriert – allerdings werden mit knapp 9900 auch besonders viele Deutsche Schäferhunde gehalten.

Je elf Beißattacken gingen den Angaben zufolge im vergangenen Jahr von der Rasse Labrador Retriever und Rottweiler aus. Labrador Retriever sind die mit knapp 14.200 Tieren am häufigsten gehaltene Hunderasse, bei den Rottweilern sind es nur rund 1760 Exemplare.

Mit Blick auf die Anzahl der gehaltenen Tiere bissen die Rassen Bullmastiff und Dogo Argentino am häufigsten zu – jeweils wurden zwar nur zwei Attacken registriert. Weil aber nur 283 Bullmastiff und 242 Dogo Argentino gehalten wurden, entsprach das Prozentsätzen von 0,71 und 0,83.