Magdeburg l Wenn Sturmtief „Paul“ dem Zoo nicht mitten im Sommer die Besucherzahlen „verhagelt“ hätte, „dann hätten wir bestimmt die 400.000er Marke geknackt“, sagte Magdeburgs Zoo-Chef Kai Perret im Volksstimme-Gespräch. So waren es 2017 rund 384.000 Besucher, die gezählt werden konnten. Zum Vergleich: 2016 kamen 355.000 Besucher in den Zoo, 2009 waren es 239.000 Besucher. Dass die Zahlen in den vergangenen acht Jahren kontinuierlich angestiegen sind, führt Perret auf die erfolgreiche Modernisierung des Zoo zurück. 2017 habe der Zoo mit der Eröffnung der neuen Dickhäuteranlage „Aficambo II“ wieder einen deutlichen Schritt in Richtung Erlebnis-Tierpark gemacht. „Dass die eigentliche geplante Ansiedlung von neuen Elefanten in der Anlage 2017 nichts geworden ist, bedauern wir zwar, allerdings werden wir diesen Rückstand 2018 aufholen“, sagt der Zoo-Chef. Drei neue Elefanten werden 2018 nach Magdeburg kommen, der ersten bereits Ende Februar.

Einen Elefanten bekommt der Zoo aus dem Tierpark Berlin, einen aus dem Zoo in Wuppertal und einen aus einem belgischen Zoo. „Die Besiedelung von Africambo II wir 2018 überhaupt eines unserer größten Projekte“, sagt Perret. Denn nicht nur die neuen Elefanten werden in das Gehege einziehen, sondern auch Antilopen, Grüne Meerkatzen (Affen), Warzenschweine und Löffelhunde. Die Vergesellschaftung aller diese Tiere miteinander werde weltweit zum ersten Mal ausprobiert. „Es wird das ganze Jahr über dauern, die Tiere aneinander zu gewöhnen, denn sie sollen gemeinsam ohne Absperrungen in dem großen Freigehege miteinander leben.“

Zuwachs bei den Schimpansen

Im Schimpansengehege wird es ebenfalls Zuwachs geben, sie kommen aus dem Zoo in Leipzig. Zwei Männchen sollen die Magdeburger Gruppe nicht nur verstärken, sondern mit Schimpansen-Dame „Nana“ möglichst auch für Nachwuchs sorgen. „Auch das ist aus zoologischer Sicht für uns ein sehr wichtiges Projekt in diesem Jahr. Wir wollen versuchen, die Schimpansenzucht wieder aufzunehmen“, sagt Perret. Und die neuen Männchen sollen möglichst auch die Führung in der Gruppe übernehmen.

Tierisch nah bei Tigerbaby Stormi

Magdeburg (pl) l Kurz vor dem großen Sturm wurde am 22. Juni 2017 im Magdeburger Zoo das Tigerbaby Stormi geboren. Tierpflegerin Petra Oppermann zog es mit der Hand groß.

  • Tigerbaby Stormi aus Magdeburg mit seiner Tierpflegerin Petra Oppermann. Foto: Peter Ließmann

    Tigerbaby Stormi aus Magdeburg mit seiner Tierpflegerin Petra Oppermann. Foto: Peter Ließmann

  • Tigerbaby Stormi macht es sich in der Küche seiner Pflegefamilie bequem. Foto: Peter Ließmann

    Tigerbaby Stormi macht es sich in der Küche seiner Pflegefamilie bequem. Foto: Peter Lie ...

  • Regelmäßige Gewichtskontrolle ist wichtig, um zu sehen, wie sich Stormi entwickelt. Foto: Ralf Oppermann

    Regelmäßige Gewichtskontrolle ist wichtig, um zu sehen, wie sich Stormi entwickelt. Fot...

  • Stubentiger: Stormis Lieblingsplatz ist ein Sessel im Wohnzimmer von Ralf und Petra Oppermann. Foto: Peter Ließmann

    Stubentiger: Stormis Lieblingsplatz ist ein Sessel im Wohnzimmer von Ralf und Petra Oppermann. Fo...

  • Stormi spielt am liebsten mit einer Decke. Foto: Peter Ließmann

    Stormi spielt am liebsten mit einer Decke. Foto: Peter Ließmann

  • Noch kann das Tigerkind an einer Leine spazieren geführt werden. Bald wird Stormi dafür aber dann zu groß sein. Foto: Peter Ließmann

    Noch kann das Tigerkind an einer Leine spazieren geführt werden. Bald wird Stormi dafür...

  • Nach dem Fressen ist erst einmal Pause. Ihre Verpflegung bekommt Stormi in der häuslichen Küche. Foto: Peter Ließmann

    Nach dem Fressen ist erst einmal Pause. Ihre Verpflegung bekommt Stormi in der häuslichen K&...

  • Seit dem 11. September 2017 gewöhnt Petra Oppermann Stormi langsam an ihr Gehege im Zoo Magdeburg. Foto: Peter Ließmann

    Seit dem 11. September 2017 gewöhnt Petra Oppermann Stormi langsam an ihr Gehege im Zoo Magd...

  • Petra Oppermann hat sich ganz genau den Entwicklungsverlauf ihres Tigerbabys notiert und wertet die Handaufzucht auch für ihre Arbeit aus. Foto: Peter Ließmann

    Petra Oppermann hat sich ganz genau den Entwicklungsverlauf ihres Tigerbabys notiert und wertet d...

  • Stormi wirft einen Blick in ihre zukünftige „Höhle“ im Magdeburger Zoo. Foto: Peter Ließmann

    Stormi wirft einen Blick in ihre zukünftige „Höhle“ im Magdeburger Zoo. F...

2018 seht im Magdeburger Zoo auch ganz im Lichte der Zukunftsplanung. Projekt Nummer eins: Ein großes Aquarium. Rund 70 Millionen Euro sollen dafür mit Hilfe von Fördermitteln investiert werden. Bis Mitte dieses Jahres will der Zoo dem Magdeburger Stadtrat eine Machbarkeitsstudie für das Projekt vorlegen. Perret sieht in dem Projekt eine große Chance für Magdeburg, noch mehr Besucher in die Stadt zu locken. „Gut gemachte Aquarien mit einem hohen Freizeitwert sind echte Besuchermag- neten“, meint der Zoo-Chef. Und die sogenannte „Umlaufrendiete“ (damit ist das Geld gemeint, dass Besucher des Zoos auch in anderen Bereichen der Stadt ausgeben) könne sich bei einem Aquarium sehen lassen. „Viele Menschen verbinden einen Besuch in Zoos oder Aquarien auch mit einem Abstecher in die Innenstädte.“ OB Lutz Trümper hatte kürzlich gesagt, dass er einem Aquarium für Magdeburg sehr positiv gegenüberstehe, es müsse sich aber finanziell selbst tragen. Jährliche Zuschüsse aus der Stadtkasse werde es nicht geben.

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Als zweites Planungsprojekt hat der Zoo in diesem Jahr ein Bildungszentrum „vor der Brust“. „Dazu werden in den kommenden Wochen die konkreten Pläne aufgestellt. Ziel ist dabei, dass 2019 der erste Spatenstich für das Zentrum stattfinden kann“, blickt Kai Perret in die Zukunft. Zwei Schulungsräume soll die Anlage haben, dazu Seminar- und Laborräume. Ökologie, Artenschutz und Zoologie werden die zentralen Themen des Bildungszentrums werden. Zu den möglichen Kosten wollte Perret vorerst noch nichts sagen. „Das muss erst einmal im Aufsichtsrat beraten werden.“

Steigende Besucherzahlen erwartet

Stichwort Geld: Über das finanzielle Ergebnis des Zoojahrs 2017 nannte Perret noch keine Zahlen. „Unsere Buchhaltung ist gerade dabei, die Zahlen zusammenzustellen.“ Dass die Stadt 2018 um finanzielle Hilfe gebeten werden müsse, davon geht Perret nicht aus. „Wir rechnen — wenn keine Katastrophen passieren — wieder mit einem guten Jahr und einem weiteren Anstieg der Besucherzahlen. 2017 musste die Stadt einen „Nachschuss“ von 1,35 Millionen Euro überweisen. Einnahmenverluste und zusätzlichen Kosten, beides verursacht durch Sturm „Paul“, hatten den Zoo gebeutelt. Dazu kamen unerwartete Mehrkosten beim Bau von Afrikambo II. Und Perret hofft, dass der Zoo 2018 auch von Tierverlusten verschont bleibt. 2016 waren Schimpanse „Karlchen“ und Giraffe „Fleur“ verstorben. Im Magdeburger Zoo sind 1400 Tiere in 191 Arten zu sehen.