Magdeburg l Die in Bundeshand befindliche Deutsche Bahn war 2017 mit 7400 Beschäftigten erneut größter Arbeitgeber Sachsen-Anhalts. Auf Platz zwei folgte – wie im Vorjahr – mit 5100 Mitarbeitern der Ex-Staatskonzern Deutsche Post/DHL. Auf Rang drei rangierte die Dow Gruppe mit 4700 Mitarbeitern in der Chemie-Industrie im Landessüden in Schkopau.

Ein Drittel der Top-Firmen in Großstäden

Die Zahlen gehen aus der am Mittwoch vorgestellten Studie „Die 100 größten Unternehmen in Sachsen-Anhalt“ der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) hervor. Auch auf den Folgerängen finden sich gleich mehrere öffentliche Arbeitgeber: Darunter die Unikliniken Magdeburg (3469 Beschäftigte, Rang 6) und Halle (3378, 7) sowie die Stadtwerke Halle (2716, 8). Mehr als ein Drittel der größten Firmen hat den Hauptsitz in Magdeburg (20) oder Halle (14). Die Firmen vereinen zugleich rund die Hälfte der 105.000 Mitarbeiter der Top 100 auf sich. Außerhalb der Zentren bilden Harz- und Saalekreis mit jeweils elf Top-Firmen regionale Cluster. Es folgen Salzlandkreis (10) sowie Anhalt Bitterfeld und Bördekreis (jeweils 7). Anders als in den Dienstleistungszentren Magdeburg und Halle dominiert beim Blick ins Land das verarbeitende Gewerbe. 42.000 Mitarbeiter der Top 100 arbeiten im Sektor, allein 11.000 in der Chemie.

Zu den großen Industrie-Firmen im Norden zählen etwa das Bergbauunternehmen K+S in Zielitz (1840 Mitarbeiter, Rang 16) oder der Magdeburger Förderanlagenbauer FAM (1495, Platz 20). Prozentual am stärksten legte der Automobilzulieferer IFA aus Haldensleben zu (+500 auf 2438 Mitarbeiter, entspricht +26 Prozent, Rang 10). Zu den Verlierern zählen das Zellstoffwerk Arneburg (-100 Beschäftigte, 437 Mitarbeiter, Rang 68) oder die Salutas Pharma GmbH Barleben (-94, 1354, 25).

Total-Raffinerie ist Umsatzsieger

Beim Umsatz ist die Total-Raffinerie Leuna mit mehr als 4,2 Milliarden Euro unangefochtener Champion. Gleichzeitig beschäftigt Total aber nur 685 Mitarbeiter (Rang 43). Es folgen die Edeka-Märkte mit 2,7 Milliarden Euro Umsatz vor der Dow Gruppe (2,5 Millarden).

Insgesamt verzeichneten die 100 größten Firmen 2017 ein Mitarbeiterwachstum von zwei Prozent, die Umsätze stiegen gar um sieben Prozent. Für 2018 rechnen die Unternehmen bei Umsatz und Beschäftigten nochmals mit einem Plus von jeweils 3,5 Prozent. Die Wirtschaft im Land ist dennoch weniger stark gewachsen als im Rest des Bundes. Für 2018 erwartet Nord/LB-Regionalexperte Eberhard Brezski nur ein Plus von 0,9 Prozent (Bund 1,5). Grund sei ein äußerst schwacher Dienstleistungssektor.

Laut Nord/LB-Chefvolkswirt Christian Lips trübt sich derweil auch die wirtschaftliche Großwetterlage ein. Grund: Unsicherheiten durch den drohenden Brexit, die US-Handelspolitik oder die italienische Haushaltspolitik. Mit seiner kleinteiligen Wirtschaft ohne zu starke Abhängigkeit von einzelnen Playern wie Volkswagen sei Sachsen-Anhalt für einen Abschwung aber möglicherweise besser gerüstet als andere Bundesländer.

Die vollständige Publikation der Nord/LB gibt es hier.