Friedrichsbrunn l Die Volksstimme fragt Betroffene, wie sich die Corona-Krise auf ihre Arbeit auswirkt. Dieses Mal: Touristik-Unternehmer Jörg Merkelbach aus Friedrichsbrunn im Harz.

Volksstimme: Wie geht es Ihnen?
Jörg Merkelbach: Es geht mir gut. Das sage ich, obwohl ich wegen Corona seit Anfang März einen Umsatzverlust von rund 200.000 Euro habe. Ich bin ein positiver Mensch. Ich denke daran, dass viele Familien in Magdeburg während dieser Pandemie in kleinen Wohnungen ohne Balkon wie eingesperrt leben müssen. Ich kann hier in meinem Ferienpark im Harz auf fünf Hektar spazierengehen.

Wie wirkt sich die Krise auf Ihr Unternehmen aus?
Negativ. Und das tut mir weh. Ich habe in Thale im Ortsteil Friedrichsbrunn ein großes Blockhausrestaurant mit zwei Bowlingbahnen, vermiete seit 1992 Ferienhäuser und noch nicht so lange auch ein Wohnmobil. Außerdem betreibe ich einen Elchpark. Wegen Corona sind die Familienfeiern abgesagt. Die meisten Rentner haben als Risikogruppe Angst zu verreisen, die warten erstmal ab. Und das Wohnmobil will niemand mieten. Jetzt ist Schluss damit, das Fahrzeug melde ich ab.

Haben Sie Hilfe beantragt?
Ja. Ich habe 15.000 Euro Soforthilfe bekommen. Das funktionierte ganz unproblematisch. Drei Tage nach meinem Antrag war das Geld auf dem Konto. Jetzt muss ich einen Kleinkredit aufnehmen. Ich bin froh, dass unsere Kunden so viel Verständnis haben. 90 Prozent wollen Gutscheine.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie in die Zukunft?
Ich bin seit meinem 21. Lebensjahr selbständig. Ich habe wenig Schulden, habe alles nach und nach solide aufgebaut. Das Geschäft wird wieder auf die Füße kommen. Ich habe sechs Kinder, einige arbeiten im Ferienpark. Das motiviert mich, die Situation zu meistern. Wir werden das überleben.

Welchen Wunsch haben Sie?
Dass die Forscher endlich einen Impfstoff gegen Corona finden.