Es wird wieder heiß!

Nach ruhigem Wochenende: Ist die nächste Hitzewelle schon unterwegs?

Auf Deutschland rollt die nächste Hitzewelle zu. Mitte der kommenden Woche erwarten die Experten des Deutschen Wetterdienstes erneut Extrem-Wetter. Wie warm es in Sachsen-Anhalt genau wird, ist jedoch noch unklar.

Aktualisiert: 28.07.2022, 13:52
Mitte kommender Woche soll die nächste Hitzewelle Deutschland erreichen - dann ist Abkühlung erneut dringend nötig. 
Mitte kommender Woche soll die nächste Hitzewelle Deutschland erreichen - dann ist Abkühlung erneut dringend nötig.  Foto: Frank Molter/dpa

Leipzig/Magdeburg/DUR/slo – In der kommenden Woche droht Deutschland die nächste Hitzewelle. Diese soll das Land zur Wochenmitte erreichen und wieder Temperaturen jenseits der 30 Grad im Gepäck haben.

„In trockenen Tüchern ist dies aber noch lange nicht. Es gibt auch eine Reihe an Modellberechnungen, die eine Fortdauer des aktuellen Temperaturniveaus zeigen“, teilt Meteorloge Markus Übel vom Deutschen Wetterdienst in einer Pressemitteilung mit. „Generell muss aber auch weiterhin im Süden und Südwesten mit den höchsten Temperaturen gerechnet werden, während es im Norden und Nordosten weniger warm wird."

Für Halle werden derzeit ab Dienstag 30 Grad und mehr erwartet, dazu jede Menge Sonne. In Magdeburg soll am Mittwoch und Donnerstag die 30-Grad-Marke überschritten werden, prognostiziert „Wetterkontor“.

Bis dahin ist in Mitteldeutschland hingegen „Wohlfühlwetter“ vorhergesagt. Der DWD rechnet in Sachsen-Anhalt von Freitag bis Sonntag mit Temperaturen zwischen 22 und 28 Grad. Gute Nachrichten gibt es für Gartenbesitzer: Am Freitag und Samstag ist vielerorts Regen angekündigt. Teils kann es auch Gewitter geben.

Sachsen-Anhalt: Was waren die höchsten im Land gemessenen Temperaturen?

Der Höchstwert, der seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Sachsen-Anhalt je gemessen wurde, lag bei 40 Grad Celsius. Der Rekord wurde am 20. Juli 2022 in Huy-Pabstorf im Landkreis Harz gemessen.

Weitere Städte in Sachsen-Anhalt, in denen Rekordwerte registriert wurden sind Zeitz, Gardelegen und Seehausen in der Altmark.

Datum
Ort der Messung
Höchstwert
31.07.2018
Bernburg (Salzlandkreis)
39,5 Grad Celsius
13.08.2003
Zeitz (Burgenlandkreis)
39,0 Grad Celsius
20.07.2006
Bernburg (Salzlandkreis)
38,9 Grad Celsius
04.07.2015
Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel)
38,8 Grad Celsius
04.07.2015
Seehausen (Altmark)
38,8 Grad Celsius

Bernburg ist auffallend häufig unter den Orten mit den Höchsttemperaturen, was mit der besonderen geografischen Lage der Stadt im Regenschatten des Harzes begründet wird. 

Hitzefrei: Ab wann gibt es schulfrei?

Je höher die Temperaturen im Sommer klettern, umso mehr sinken Konzentration und Leistungfähigkeit der Menschen. Vor allem Kinder und ältere Menschen leiden unter der Hitze. Schüler können unter bestimmten Bedingung bei großer Hitze auf verkürzten Unterricht oder gar auf hitzefrei hoffen.

Als Richtlinie gilt dabei eine Temperatur von 27 Grad Celsius. Wird bis 11 Uhr vormittags in einem repräsentativen Unterrichtsraum die Temperatur überschritten, kann die Schulleitung verkürzten Unterricht anordnen oder Unterricht ganz entfallen lassen. Allerdings gibt es in Deutschland kein bundesweit gültiges Hitzefreigesetz. Die Entscheidungshoheit liegt bei den Kultusministerien der einzelnen Bundesländer.  Welche Regeln in Sachsen-Anhalt gelten erfahren sie hier.

Große Hitze am Arbeitsplatz: Muss der Arbeitgeber für eine Klimaanlage sorgen?

Auch berufstätige Erwachsene leiden bei großer Hitze unter Konzentrationsschwäche und körperlichen Leistungseinbußen. Eine generelle Hitzefrei-Regel gibt es aber für Arbeitgeber nicht. Wichtig sind Arbeitsschutzrecht und Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, so die IHK München. Demnach sind gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden. Was grundsätzlich auch im Interesse des Arbeitgebers liegen dürfte.

In Arbeits- und Sozialräumen etwa, sollte die Lufttemperatur 26 Grad Celsius nicht übersteigen. Wird etwa in Büroräumen die 30-Grad-Marke erreicht, muss der Arbeitgeber geeignete Maßnahmen ergreifen, damit es Mitarbeitern weiterhin gut geht. Das kann unter anderem das Angebot von Getränken und der Einsatz von Rollos, Jalousien und Ventilatoren sein. Eine Verpflichtung zum Einbau von Kilmaanlagen gibt es jedoch nicht.

Liegen die Temperaturen am Arbeitsplatz über 35 Grad, ist dieser  laut Arbeitsstättenrichtlinie (ASR) ohne besondere Maßnahmen nicht mehr als Arbeitsplatz geeignet. Dann sollten zum Beispiel Pausen in kühleren Räumen möglich gemacht werden.

Verordnet sich der Arbeitnehmer  selbst "hitzefrei", wäre das ein Verstoß gegen den Arbeitsvertrag. Der Arbeitgeber könnte dann Abmahnen und im Wiederholungsfall auch Kündigungen aussprechen.

Gesundheitliche Probleme durch Hitze: Wer sollte besonders aufpassen?

Lang andauernde Hitze kann das körpereigene Kühlsystem des Menschen überlasten. Der Körper erhöht die Durchblutung und  erzeugt Schweiß, um zu kühlen. Empfindliche Menschen können dann schnell unter Kreislaufproblemen leiden. Weitere typische Symptome sind Kopfschmerzen, Erschöpfung und Benommenheit.

Bei großer Hitze besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen, die bereits gesundheitlich beeinträchtigt sind. Bei diesen Menschen ist die Wahrnehmung von Warnsignalen des Körpers teilweise eingeschränkt. So kann zum Besipiel das Durstgefühl abnehmen.

Mit gefährlichen Folgen: Betroffene trinken zu wenig, wodurch sie deutlich schneller dehydrieren und sogar austrocknen können. Zudem schwitzen sie nicht mehr so stark - der Körper kann nicht abkühlen.

Weiterhin gehöre zur besondern Risikogruppe alle Menschen, die sich nicht selbstständig versorgen können: Dazu zählen Säuglinge, Kleinkinder, pflegebedürftige oder behinderte Menschen.