Magdeburg (dpa) l Die Sachsen-Anhalter bewerten Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) laut einer Umfrage positiver als die Arbeit der gesamten Landesregierung. 59 Prozent gaben an, mit Haseloff zufrieden oder sehr zufrieden zu sein, wie aus einer Befragung von Infratest Dimap im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks hervorgeht. Damit sind Haseloffs Zustimmungswerte seit September 2015 weitgehend stabil. Seine Amtskollegen aus den Nachbarländern schneiden ähnlich ab: In Sachsen sind ebenfalls 59 Prozent der Befragten mit Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) zufrieden. In Thüringen bewerten 55 Prozent die Arbeit von Bodo Ramelow (Linke) positiv.

Die schwarz-rot-grüne Landesregierung in Sachsen-Anhalt stimmt hingegen nur 45 Prozent der Befragten zufrieden. Vor einem Jahr war es noch die Hälfte. Auch in der Riege der Minister, die für Schwerpunktthemen zuständig sind, schneidet keiner besser ab als Regierungschef Haseloff.

Tullner überwiegend negativ bewertet

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) reicht mit einer Zustimmung von 57 Prozent fast an die Werte heran. Stahlknecht will im November neuer CDU-Landeschef werden. Sein Parteikollege Marco Tullner tritt für den Posten als Vize-Vorsitzender an. Mit seiner Arbeit als Bildungsminister sind die wenigsten Befragten zufrieden. Nur elf Prozent bewerteten seine Arbeit als positiv, ein Viertel als negativ.

Tullner muss zudem daran arbeiten, dass die Menschen im Land ihn überhaupt zuordnen können. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, den CDU-Politiker nicht zu kennen und konnte die Arbeit daher gar nicht bewerten. Noch größere Bekanntheitsprobleme hat auch Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD): Drei Viertel der Befragten erklärten, ihn nicht zu kennen. Jeder Siebte war zufrieden, acht Prozent unzufrieden mit seiner Arbeit.

Hälfte kennt Umweltministerin nicht

Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) schnitt etwas besser ab als bei einer Umfrage im März 2016: Statt 20 gaben 25 Prozent der Befragten an, zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Arbeit zu sein. Ein Drittel bewertet sie negativ, die Hälfte kennt sie nicht.

Der MDR hatte bereits am Dienstag einen ersten Teil der Umfrage veröffentlicht. Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, würde die CDU trotz leichter Einbußen erneut stärkste Kraft werden. Sie käme mit 28 Prozent auf den schlechtesten Wert seit 1998. Auch die AfD verlor in der Wählergunst 3,3 Punkte, bliebe mit 21 Prozent aber auf Platz zwei. Linke, SPD und Grüne konnten zulegen. Die FDP könnte mit der Rückkehr ins Parlament rechnen.

Infratest Dimap fragte die Sachsen-Anhalter auch, wem sie ihre Stimme geben würden, wenn der Ministerpräsident direkt zwischen dem Amtsinhaber und dem Oppositionsführer, AfD-Fraktionschef Oliver Kirchner, gewählt würde. Haseloff würde mit 56 Prozent das Rennen machen, nur jeder Zehnte würde Kirchner wählen. Jeder Siebte würde für keinen von beiden abstimmen. Auffällig: Selbst die AfD-Anhänger würden eher Haseloff wählen (40 Prozent) als Kirchner (24 Prozent).