Magdeburg l Der Waldzustand in Sachsen-Anhalt ist so schlecht wie seit 1991 nicht mehr. Das ging aus dem am Montag in Magdeburg vorgestellten Waldzustandsbericht hervor. Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) stellte die Ergebnisse zusammen mit dem Professor der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, Johannes Eichhorn, vor. „Unser Wald ist das erste Opfer der Klimakrise“, so Dalbert.

Dürrjahre und Borkenkäfer sind Ursache

Das Zusammenspiel aus Stürmen, zwei Dürrejahren in Folge sowie die Borkenkäferplage habe den Bäumen massiv zugesetzt. Die Anzahl der beschädigten als auch der abgestorbenen Bäume ist auf einem neuen Höchststand. Zum Vergleich: 2018 waren es 5,9 Prozent, mittlerweile sind es 12 Prozent. Beim Gesundheitszustand von Bäumen geht es unter anderem um die Kronenverlichtung: Hierbei werden die Kronen verschiedener Bäume begutachtet. Je dichter ihr Laub beziehungsweise Nadelkleid, desto besser. In Sachsen-Anhalt ist dieser Wert 2019 im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozentpunkte angestiegen. Die begutachteten Baumkronen waren demnach zu 26 Prozent gelichtet – ebenfalls der höchste Wert seit Beginn der Zeitreihe.

Die Anzahl der geschädigten Bäume hat sich 2019 mit fast 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Gemeint sind damit neben abgestorbenen Bäume als auch jene, die nur noch ein Drittel ihrer normalen Laubmenge tragen. Neben den Nadelbaumarten ist auch bei den Laubbäumen eine Zunahme der Schäden und ein Absterben vieler Bäume die Folge. Erfahrungen aus früheren Dürreperioden legen nahe, dass sich die Störungen – auch im Hinblick auf Borkenkäfer – „in den kommenden Jahren fortsetzen“, sagte Claudia Dalbert. Unternehmen könne man dagegen nichts.